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Google zieht Deadline für Quantenverschlüsselung vor

width="3795" height="2135" sizes="auto, (max-width: 3795px) 100vw, 3795px">Google geht davon aus, dass Quantencomputer früher praxistauglich werden als bislang angenommen.Bartlomiej K. Wroblewski | shutterstock.com



Google spielt eine maßgebliche Rolle dabei, dass mittlerweile ein Großteil der Kommunikation im Internet verschlüsselt wird. Zudem baut der Konzern auch eigene Quantencomputer und sollte daher gut einschätzen können, wie es um die Reife der Technologie steht. Beim Thema quantensichere Verschlüsselung orientierte sich der Suchmaschinenriese bislang am Zeitplan des NIST. Dieser sieht vor, nicht-quantensichere Algorithmen ab 2030 auslaufen zu lassen – und bis 2035 als vollständig unsicher zu deklarieren sowie ihren Einsatz zu untersagen (in US-Bundesbehörden).



Im Rahmen eines aktuellen Blogbeitrags hat Google nun verkündet, sich selbst eine neue Deadline für die Umstellung auf quantensichere Verschlüsselung gesetzt zu haben – bis zum Jahr 2029. Darüber hinaus hat der Konzern sein Bedrohungsmodell aktualisiert, um Post Quantum Cryptography (PQC) bei Authentifizierungs-Services Priorität einzuräumen – und empfiehlt anderen Entwicklungs-Teams, diesem Beispiel zu folgen.



Der PQC-Migrationsdruck steigt



Der Zeitpunkt, an dem Quantencomputer herkömmliche, asymmetrische Verschlüsselungsverfahren aushebeln können, rückt unbestritten näher: Noch 2019 schätzte man bei Google, dass 20 Millionen Qubits erforderlich sein werden, um die RSA-Verschlüsselung zu knacken. Diese Prognose korrigierte der Konzern bis zum Mai 2025 auf eine Million Qubits nach unten. Im Februar 2026 veröffentlichten australische Wissenschaftler schließlich ein Whitepaper, das Methoden darlegt, um dieses Ziel mit nur noch 100.000 Qubits zu erreichen.



Vor diesem Hintergrund ist eine aktuelle Umfrage der Trusted Computing Group besonders besorgniserregend: Demnach besitzen 91 Prozent der befragten Unternehmen keine Roadmap, um Quanten-Bedrohungen entgegenzuwirken. Darüber hinaus geben 80 Prozent zu, nicht über Verschlüsselungsbibliotheken und Hardware-Security-Module zu verfügen, die PQC-ready sind. Lediglich 39 Prozent haben damit begonnen, sich darauf vorzubereiten, PQC-compliant zu werden.



Dass Google seine PQC-Migrations-Deadline nun offiziell vorzieht, könnte nach Meinung von Michaela Menting, Analystin bei ABI Research, den Handlungsdruck erhöhen: „Unternehmen sollten ihre Migrationspläne nun ebenfalls verstärkt vorantreiben. Insbesondere, wenn sie mit den Hyperscalern Schritt halten wollen.“



Die Analystin geht davon aus, dass Microsoft und AWS demnächst ähnliche Migrations-Roadmaps definieren werden. IT- und Security-Entscheider sollten deshalb den Übergang zu PQC auf ihren Prioritätenlisten nach oben rücken, rät Menting: „Es sollte sich nicht mehr um ein Nebenprojekt handeln. Unternehmen können es sich wirklich nicht mehr leisten, abzuwarten und zuzusehen.“



Schließlich sammeln Cyberkriminelle nachgewiesenermaßen bereits fleißig verschlüsselte Datensätze – und warten nur auf den Tag, an dem sie diese mit Hilfe von Quantencomputern knacken können („Store Now, Decrypt Later“).



Viele Unternehmen müssen jedoch zunächst einmal Grundlagenarbeit leisten, wie Zahlen von Gartner zeigen. Demnach haben 61 Prozent der Unternehmen erst gar keinen wirklichen Überblick über ihre kryptografischen Systeme. Diesen Firmen empfehlen die Analysten:




eine umfassende Bestandsaufnahme durchzuführen,



in kryptografische Agilität und Transparenz zu investieren,



ein Kompetenzzentrum für Kryptografie einzurichten, sowie



die PQC-Umstellung bei sensiblen Assets zu priorisieren.




(fm)