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Von Nachrichten überfordert: Drei Sachsen und ein Dresdner Forscher über Nachrichtenvermeidung
Die Corona-Pandemie, Wirtschaftskrisen, Katastrophen und Kriege – in der Ukraine, in Gaza und seit Kurzem im Iran. Dies sind nur einige Beispiele daf…
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Fakten
- Die Corona-Pandemie, Wirtschaftskrisen, Katastrophen und Kriege sind Beispiele für die zunehmende Weltlage in den vergangenen Jahren.
- In Deutschland haben 71 Prozent der erwachsenen Internetnutzer im internationalen Vergleich 2025 angegeben, dass sie mindestens gelegentlich versuchen, Nachrichten aktiv zu vermeiden.
- 13 Prozent dieser Nutzer versuchen dies sogar „oft“.
- Menschen unter 45 Jahren vermeiden Nachrichten tendenziell etwas häufiger als die Teilnehmer, die älter als 45 Jahre sind.
- Die Nachrichtenvermeidung in allen Altersgruppen ist seit der ersten Erhebung im Jahr 2017 zugenommen.
- Der stärkste Anstieg war von 2019 bis 2022 zu beobachten.
- Im Jahr 2025 ist die Nachrichtenvermeidung vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen deutlich um neun Prozent gewachsen.
- Die Stadt Meißen ist die Heimat von Michael, einem 25-jährigen, der seinen Nachrichtenkonsum seit der Corona-Zeit deutlich heruntergefahren hat.
- Das Hamburger Hans-Bredow-Institut liefert aktuelle Zahlen über die Nachrichtennutzung in Deutschland.
- Die Umfrage zur Nachrichtennutzung im internationalen Vergleich 2025 ergab, dass 71 Prozent der erwachsenen Internetnutzer in Deutschland mindestens gelegentlich versuchen, Nachrichten aktiv zu vermeiden.
- Tina aus Dresden, eine 40-jährige Sozialarbeiterin, liest maximal Schlagzeilen im WhatsApp-Channel der Tagesschau und liest diese nicht jeden Tag.
- Mathias aus Freiberg, ein 25-jähriger, konsumiert Nachrichten daher bewusster, etwa in Form eines wöchentlich erscheinenden Podcasts.
- Lutz Hagen, leitender Direktor des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Dresden, sieht die „große Gereiztheit“ als ein Phänomen, das zu der Nachrichtenmüdigkeit beiträgt.
- Die Theorie aus dem gleichnamigen Buch des Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen beschreibt den Zustand dauerhafter Erregung in der Gesellschaft.
- Sachliche Debatten treten in den Hintergrund, Empörung und Zuspitzung stehen stattdessen im Fokus.
- Diese Kultur führt laut Lutz Hagen dazu, dass in klassischen wie in sozialen Medien das Private und das Öffentliche verschwimmen.
- Von Donald Trump zum Beispiel hören wir nicht nur politische Sachen, sondern auch Dinge, die wir früher überhaupt nicht mitbekommen hätten und die uns vielleicht nerven.
- Der sogenannte „Negative Bias“ bedeutet, dass schlechte Nachrichten uns eher im Gedächtnis als gute bleiben.
- Ein höheres Interesse an Negativem ist zu beobachten: Wir wollen als Gesellschaft ja auch nicht wissen, wie viele Flugzeuge pünktlich und sicher landen.
- Lutz Hagen sieht hier auch den Zusammenhang der Nachrichtenmüdigkeit mit immer kürzeren Nachrichtenzyklen: Negative Ereignisse passieren schneller als positive.
- Der Journalismus muss sich Gedanken machen, wie seine öffentliche Aufgabe als „Wachhund“ bewahren kann, aber trotzdem ein bisschen positiver wird.