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Kretschmer und Schwesig beim Ost-Talk zu Mindestlohn, Benzinpreisen und Iran-Krieg
„Jede Entwicklung in Ostdeutschland kommt auch in Westdeutschland an, nur zeitverzögert“, konstatiert die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpomm…
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Fakten
- Jede Entwicklung in Ostdeutschland kommt auch in Westdeutschland an, nur zeitverzögert
- Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), ist am Mittwochabend Gast des Talks "Ostdeutschland zum Mitreden" von Leipziger Volkszeitung, Ostsee-Zeitung, Sächsischer Zeitung und Märkischer Allgemeinen Zeitung in Berlin
- Sachsen regiert mit Entlastungen bei den Spritpreisen über den Bundesrat durchsetzen
- Michael Kretschmer (CDU) findet, die Erfahrungen und Erlebnisse der Ostdeutschen prägten bis heute auch den Politikstil und die Vorbilder
- Der Osten habe nach der Deutschen Einheit gezeigt, wie es geht. "Und das ist nur mit gesamtdeutscher Solidarität zu erreichen gewesen."
- Kretschmer warb dafür, vehement Bürokratie und Regularien abzubauen: "Aber wir wissen eben auch, weil wir alle Zeitzeugen sind: Mit den Regelungen von heute hätten wir das 1990 und in den neunziger Jahren nicht aufbauen können."
- Die Energiekosten müssen runter", betont die MV-Landeschefin immer wieder. Seit Attacken des US-Militärs und der israelischen Armee Ende Februar den Iran-Krieg auslösten, steigt der Ölpreis stark.
- Mecklenburg-Vorpommern will ebenso Entlastungen bei den Spritpreisen über den Bundesrat durchsetzen wie Sachsen. Michael Kretschmer rechnet beim Live-Talk sogar vor, warum das Thema so dringend gelöst werden muss: Wirtschaftswachstum sei im Moment das Wichtigste – und der Gas- und Ölpreisschock wegen des Iran-Krieges habe das Potenzial, die Wirtschaft um 1,5 Prozent schrumpfen zu lassen.
- Die Stimmung der Unternehmer ist schlecht, weil sie nur noch im Krisenmodus sind
- Schwesig spricht das kreditfinanzierte Sondervermögen des Bundes an oder die Pendlerpauschale, deren Erhöhung Bund und Länder beschlossen haben.
- Der Bundespräsident hat total recht: Das ist ein völkerrechtswidriger Krieg.
- Kretschmer und Schwesig waren sich einig, dass die EU auf US-Präsident Donald Trump einwirken müsse. Doch auch der Bund müsse handeln, um die Wirtschaft anzukurbeln.
- Die Bundesregierung kann nicht wissen, was im Erzgebirge oder bei uns in Vorpommern oder Mecklenburg notwendig ist an Wirtschaftsförderung. Dafür ist es viel zu kleinteilig.
- Schwesig kritisierte das späte Handeln des Bundes. Wenn die Bundesregierung auf die Länder gehört hätte, könnte schon effektiver auf die Preisexplosion an den Tankstellen reagiert werden.
- Gar nicht mehr harmonisch ist das Gespräch zwischen Kretschmer und Schwesig, als es um den gesetzlichen Mindestlohn geht.
- Schwesig plädiert dafür, die Politik möge sich aus der Lohngestaltung raushalten und darauf vertrauen, was Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam als Untergrenze aushandelten: "Was eine Mindestlohnkommission festlegt, sollte umgesetzt werden."
- Kretschmer argumentiert dagegen: "Dieser Mindestlohn ist viel zu hoch. Das geht so nicht, und zwar nicht, weil die Leute das nicht verdient hätten, sondern weil dieses Land sich bald hinstellt und sagt: Jede Arbeit, die unter 15 Euro Produktivität ist, die wollen wir nicht mehr."
- Der Staat soll einspringen: "Jeder, der etwas tut und der einer Arbeit nachgeht, die darunterliegt, kriegt einen Zuschuss."
- Viele Unternehmen würden dann, wie vor der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, sagen, sie zahlten wenig und der Staat müsse aufstocken.
- Ihr Vorschlag, damit sich für mehr Unternehmen lohnt, den Mindestlohn auch für nicht so produktive Tätigkeiten zu zahlen: Wer für den Mindestlohn arbeitet, soll das steuerfrei tun können.
- "Ich fände es gut, wenn der Mindestlohn dann auch Netto ist, da würden die Bauern auch mitgehen."