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Analyse der Talkrunde mit Manuela Schwesig und Michael Kretschmer

„Jede Entwicklung in Ostdeutschland kommt auch in Westdeutschland an, nur zeitverzögert“, konstatiert die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpomm…

Fakten

  • Jede Entwicklung in Ostdeutschland kommt auch in Westdeutschland an, nur zeitverzögert
  • Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hat gesagt, dass Themen schneller aufploppen und Entwicklungen auch schneller sind, im Guten wie im Schlechten.
  • Ostdeutsche Erfahrungen würden in der gesamtdeutschen Debatte zu oft nicht ernst genommen, beklagt Schwesig.
  • Deutschland vergebe damit Chancen und wertvolle Zeit.
  • Wenn immer erst etwas gelöst wird, wenn es tatsächlich auch im Westen ein Problem ist
  • Sachsen Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) findet, dass die Erfahrungen und Erlebnisse der Ostdeutschen prägten bis heute auch den Politikstil und die Vorbilder.
  • Das ist auch wirklich gut so.
  • Der Osten habe nach der Deutschen Einheit gezeigt, wie es geht.
  • Und das ist nur mit gesamtdeutscher Solidarität zu erreichen gewesen.
  • Aber wir wissen eben auch, weil wir alle Zeitzeugen sind: Mit den Regelungen von heute hätten wir das 1990 und in den neunziger Jahren nicht aufbauen können.
  • Es braucht wirksame politische Maßnahmen gegen die Explosion der Benzin-, Öl- und Energiepreise seit Beginn des Iran-Krieges.
  • Die Energiekosten müssen runter
  • Mecklenburg-Vorpommern will ebenso Entlastungen bei den Spritpreisen über den Bundesrat durchsetzen wie Sachsen.
  • Michael Kretschmer rechnet beim Live-Talk sogar vor, warum das Thema so dringend gelöst werden muss: Wirtschaftswachstum sei im Moment das Wichtigste – und der Gas- und Ölpreisschock wegen des Iran-Krieges habe das Potenzial, die Wirtschaft um 1,5 Prozent schrumpfen zu lassen.
  • Der Benzinpreis sei dabei nur die Spitze des Eisberges, es drohe eine Spirale.
  • Die Stimmung der Unternehmer ist schlecht, weil sie nur noch im Krisenmodus sind
  • Schwesig spricht das kreditfinanzierte Sondervermögen des Bundes an oder die Pendlerpauschale, deren Erhöhung Bund und Länder beschlossen haben.
  • Der Bundespräsident hat total recht: Das ist ein völkerrechtswidriger Krieg.
  • Kritik übte Schwesig auch am späten Handeln des Bundes.
  • Wenn die Bundesregierung auf die Länder gehört hätte, könnte schon effektiver auf die Preisexplosion an den Tankstellen reagiert werden.
  • Gar nicht mehr harmonisch ist das Gespräch zwischen Kretschmer und Schwesig, als es um den gesetzlichen Mindestlohn geht.
  • Schwesig plädiert dafür, die Politik möge sich aus der Lohngestaltung raushalten und darauf vertrauen, was Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam als Untergrenze aushandelten:
  • Kretschmer argumentiert dagegen: 'Dieser Mindestlohn ist viel zu hoch. Das geht so nicht, und zwar nicht, weil die Leute das nicht verdient hätten, sondern weil dieses Land sich bald hinstellt und sagt: Jede Arbeit, die unter 15 Euro Produktivität ist, die wollen wir nicht mehr.',