None

EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das teilte…

Fakten

  • Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen.
  • Das Abkommen folgt den politischen Zielen der EU, die Beziehungen im Indopazifik-Raum auszubauen und die Kooperation mit gleichgesinnten Demokratien zu stärken.
  • Mit dem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden, um die Wirtschaft aller Partner anzukurbeln.
  • Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge Maschinenbau, Chemikalien, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft.
  • Die EU und Australien seien geografisch weit voneinander entfernt, doch in der Sicht auf die Welt könne man einander kaum näher sein.
  • Auch mit der neuen Partnerschaften im Bereich Sicherheit und Verteidigung rücke man noch enger zusammen.
  • Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um bis zu 33 Prozent auf jährlich 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten.
  • Zu den Schlüsselsektoren mit starkem Wachstumspotenzial zählen Molkereierzeugnisse mit einem erwarteten Plus von bis zu 48 Prozent, Kraftfahrzeuge mit 52 Prozent sowie Chemikalien mit 20 Prozent.
  • EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es.
  • Die EU ist nach Angaben aus Brüssel Australiens drittgrößter Handelspartner nach China und Japan.
  • Für die Europäer ist Australien allerdings nur ein relativ kleiner Handelspartner: Im Warenhandel mit den 27 EU-Staaten rangiert das Land mit knapp 28 Millionen Einwohnern auf dem 20. Platz.
  • Das Abkommen sieht die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenausfuhren nach Australien vor, wodurch Unternehmen aller Größen jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen würden.
  • Die Öffnung des australischen Dienstleistungsmarktes bei Finanzdienstleistungen und in der Telekommunikation ist Teil des Abkommens.
  • Auch soll es EU-Fachkräfte die Arbeit in Australien erleichtern, und mit Einreisequoten für Ingenieure und Forschende auf beiden Seiten die Innovationskraft stärken.
  • Wann das Abkommen mit Australien unterzeichnet werden kann, ist noch unklar.
  • Der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden.
  • Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.
  • Die EU hatte 2018 beschlossen, Gespräche für ein Freihandelsabkommen mit Australien zu beginnen.
  • Zwischenzeitlich gab es Verstimmungen, weil die Australier mit den USA und Großbritannien 2021 hinter dem Rücken der EU einen neuen Sicherheitspakt für den Indopazifik-Raum namens Aukus aushandelten - samt einem Deal zu U-Booten mit nuklearem Antrieb.
  • Insbesondere die Regierung in Paris war verärgert, weil damit ein Milliardenvertrag für die Lieferung von U-Booten französischer Bauart platzte.
  • Bei einem Treffen im japanischen Osaka 2023 scheiterte das Freihandelsabkommen schließlich wegen Streitigkeiten über Agrarimporte - dann schliefen die Gespräche ein.
  • Richtig Fahrt nahmen die Verhandlungen erst wieder auf, seitdem Trump wieder US-Präsident ist.
  • Er mischt die einst eher berechenbare Welt des internationalen Handels mit immer neuen Zollentscheidungen auf.
  • Mit seinen politischen Alleingängen macht er aber indirekt auch gute Werbung für den kooperativeren Ansatz der EU - und die mühsame Arbeit daran, verlässliche Handelsbeziehungen durch Freihandelsabkommen zu stärken.
  • Anfang des Jahres unterzeichnete die EU nach jahrzehntelangen Verhandlungen ein Abkommen mit vier südamerikanischen Staaten des Mercosur-Bunds.
  • Außerdem verständigte sie sich jüngst mit Indien auf eine große neue Freihandelszone.
  • Nun will auch Australien über verstärkte Zusammenarbeit mit der EU Risiken begrenzen und seine Handelsbeziehungen diversifizieren.
  • Infolge von Trumps Verhalten also gegenüber den engsten Verbündeten gab es im Land zuletzt zunehmend kritische Fragen zur traditionell felsenfesten geopolitischen Anbindung an die USA.
  • Zudem will Australien die Abhängigkeit von seinem größten Handelspartner China reduzieren, der im Indopazifik-Raum immer fordernder auftritt und seine Machtstellung weiter ausbauen will.
  • Die Verhandlungen fanden in Canberra statt.