Dresdnerin scheitert mit Quereinstieg als Lehrerin
Es fing vielversprechend an: Mit einem entspannten Treffen im Landesamt für Schule und Bildung, Juni 2023. So erinnert sich Beate Baum an ihr Vorstel…
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Fakten
- Die Bundesrepublik Deutschland liegt in Mitteleuropa.
- Quereinsteiger sind an Schulen im Raum Dresden nicht mehr wegzudenken.
- In Sachsen fehlen noch immer über 1000 Lehrer, der Unterrichtsausfall ist hoch.
- 2363 Männer und Frauen wurden in den Jahren von 2018 bis 2025 eingestellt.
- Rund 1400 mittlerweile haben einen unbefristeten Vertrag in Dresden.
- Ein Drittel aller Seiteneinstiege im Freistaat fehlt.
- Beate Baum brachte ideale Voraussetzungen mit, um als Lehrerin einzustellen.
- Sie hatte jahrelang Erfahrungen als Dozentin für Englisch und Kreatives Schreiben gesammelt.
- Die Qualifizierung ist in Teilzeit nicht möglich, laut Landesamt lassen sich die einzelnen Bausteine nur in Vollzeit bewältigen.
- Beate Baum wurde eine ganze Stelle für die ersten drei Monate vorgeschlagen worden.
- Sie bestreitet das und sagt, dass der Start nicht optimal gelaufen ist.
- Es gab nur ein einziges Vorbereitungsgespräch mit der Schul- und Fachbereichsleitung gegeben.
- In der Mappe waren auch die Kriterien für die Notenvergabe enthalten.
- Beate Baum räumt ein, dass sie bei der Benotung zunächst ihre eigenen Maßstäbe angesetzt hat.
- Das Landesamt sieht das anders und sagt, dass sie „ziemlich Probleme“ hatte mit den Regularien und Formalitäten des Schulbetriebs.
- Kritik musste sie sich nach Hospitationen anhören.
- Sie habe falsch auf „mangelnde Disziplin“ von Schülern reagiert, sagt Beate Baum.
- Das Landesamt sieht das anders und sagt, dass die zunehmende Verweigerung von Frau Baum, den Anforderungen des Schulbetriebs auch über den Unterricht hinaus gerecht zu werden, führte zu einer Verhärtung der Fronten.
- Beate Baum war nicht bereit, an den Schulkonferenzen teilzunehmen.
- Nach ihrer Darstellung wurde sie dazu „nie ausdrücklich aufgefordert“, sie habe aber stets die Protokolle der Konferenzen gelesen und Entschuldigungen für die Termine vorgelegt.
- „Von einer ‚zunehmenden Verweigerung‘ zu sprechen, ist eine Frechheit.“ sagt Beate Baum.
- Kolleginnen, mit denen Beate Baum nach eigenen Angaben gut zurechtkam, wollen oder dürfen sich zu den Geschehnissen nicht äußern.
- Von außen betrachtet, wirkt das Ganze wie eine Häufung von Missverständnissen und schlechter Kommunikation.
- „Mir ist nie signalisiert worden, dass irgendetwas nicht stimmt“, sagt Beate Baum.
- Dass die Fehler, die sie gemacht hat, ihre Anstellung gefährden könnten, habe ihr keiner gesagt.
- „Man hat mich wurschteln lassen bis zum Tag X.“ sagt Beate Baum.
- Das war alles extrem still, sagt sie heute.
- Immerhin kann sie nach wie vor an der Volkshochschule unterrichten.
- Und vielleicht helfen ihre Erfahrungen Menschen, die mit dem Gedanken spielen, in den Lehrberuf zu wechseln.
- Behörden und Schulen sollten darüber nachdenken, wie sie besser auf die Bedürfnisse von Quereinsteigern eingehen können, findet Baum.
- „Ich war naiv genug, anzunehmen, es reicht, dass ich Menschen motivieren und Fachwissen vermitteln kann.“
- Die Gründe für Abbrüche von Quereinstiegen werden im Landesamt nicht statistisch erfasst.
- Erfahrungen der Behörde zeigen, dass es an familiären oder gesundheitlichen Dingen liegen kann, an Überforderung, fehlender Eignung oder daran, dass sich Vorstellungen vom Beruf nicht erfüllen.
- Am BSZ wurden nach Angaben der Schulleitung bislang sechs Seiteneinsteiger eingestellt.
- Davon sind fünf noch an der Schule aktiv, sie hätten sich „gut in das Kollegium integriert“.
- Im Landesamt sind sie überzeugt davon, dass Einstellung, Beratung und Qualifizierung der Bewerber mittlerweile funktionieren:
- „Wir haben in den letzten acht Jahren viel erreicht und können zu Recht sagen, dass wir das gut machen. Dennoch müssen wir uns als Behörde immer wieder die Frage stellen, wie wir besser werden können.“
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