SAP-Berater oder KI-Consultant – welcher Job lohnt sich mehr?
srcset="https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?quality=50&strip;=all 7200w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=300%2C168&quality;=50&strip;=all 300w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=768%2C432&quality;=50&strip;=all 768w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=1024%2C576&quality;=50&strip;=all 1024w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=1536%2C864&quality;=50&strip;=all 1536w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=2048%2C1152&quality;=50&strip;=all 2048w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=1240%2C697&quality;=50&strip;=all 1240w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=150%2C84&quality;=50&strip;=all 150w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=854%2C480&quality;=50&strip;=all 854w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=640%2C360&quality;=50&strip;=all 640w, https://b2b-contenthub.com/wp-content/uploads/2026/02/Gorodenkoff_shutterstock_2682443617_16z9.jpg?resize=444%2C250&quality;=50&strip;=all 444w" width="1024" height="576" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px">KI- oder SAP-Consultant – lesen Sie, welcher Bereich karrieretechnisch mehr verspricht. Gorodenkoff | shutterstock.com
Die Wirtschaftswelt hält den Atem an, wenn die NVIDIA-Quartalszahlen anstehen. Die Zahlen gelten weltweit als Indikator für den gesamten Markt der künstlichen Intelligenz. Das macht auch deutlich: SAP, die größte IT-Firma Europas, bleibt unter den ganz Großen ein Zwerg. NVIDIA hat mit 57 Milliarden Dollar (Q3/2025) mehr als das Sechsfache an Umsatz. Auch sonst ist der KI-Trend unübersehbar: Weltweit werden riesige KI-Rechenzentren geplant und die Technologie zunehmend in Unternehmensprozesse integriert.
Was bedeutet das für IT- und insbesondere Berater-Karrieren? Schließlich galt die SAP-Beratung über Jahrzehnte als einer der vielversprechendsten Karrierewege. Die Größenverhältnisse der Unternehmen und der Strom der aktuellen Investitionen könnte den Nachwuchs auf dem IT-Arbeitsmarkt auf den Gedanken bringen, sich zukünftig eher in Richtung KI-Beratung zu orientieren. Die Frage ist nur, ob sich das am Ende auch lohnt.
KI- vs. SAP-Berater
Thomas Biber, Geschäftsführer der Personalberatung Biber & Associates, vermittelt seit Jahren IT-Fachkräfte an Anwenderunternehmen und Beratungen. Sein Schwerpunkt ist dabei seit jeher SAP. Hier trifft eine ständige Nachfrage auf ein geringes Angebot an ausreichend qualifizierten Bewerbern. Ein klassischer Bewerbermarkt also. In letzter Zeit verzeichnet Biber jedoch zunehmend Anfragen nach KI-Beratern. Seine Erkenntnis: “Obwohl sich der SAP-Arbeitsmarkt angesichts der Konjunktur etwas abgekühlt hat, lassen sich KI-Positionen leichter und schneller füllen als die meisten SAP-Positionen.”
KI-Berater seien heute meist branchenunabhängige Generalisten und oft stark entwicklungsnah tätig. Sie schaffen Mehrwert, indem sie in kurzer Zeit aus unstrukturierten Daten Informationen ableiten oder mit generativer KI bestehende Prozesse optimieren. Die hierfür am häufigsten eingesetzten Plattformen sind Biber zufolge Tensorflow und Pytorch, branchen- und prozessunabhängige Werkzeuge also. KI-Berater benötigten deshalb nicht die gleiche Tiefe an Branchen- oder Prozesswissen wie in der SAP-Beratung. Schließlich gehe es darum, die Daten sprechen zu lassen, so Biber.
SAP-Experten wiesen nach Einschätzung des Experten hingegen nach wenigen Jahren im Job eine hohe Spezialisierung auf: “Sie sind im Kern nicht nur IT-Fachleute, sondern Experten, die sich mit ihrer Branche, deren Bedürfnissen, Prozessen und rechtlichen Umständen genau auskennen – und dann auch mit den entsprechenden Software-Modulen. Dabei geht es nicht darum, Software von der Stange zu implementieren oder Modelle anzuwenden, sondern zum Beispiel die Business Intelligence für eine Versicherung auszubauen, Lieferketten für ein bestimmtes Produkt in der Retail-Logistik abzubilden oder die Bedürfnisse eines industriellen Großkonzerns für eine unternehmensweite Gehaltsabrechnung zu befriedigen. Gerade letzteres ist beispielsweise stark von gesetzlichen Vorgaben geprägt und daher weniger geeignet für KI-Anwendungen.”
Neben viel Wissen und hoher Leistungsbereitschaft erfordere eine Tätigkeit als SAP-Berater oft auch ein hohes Maß an Kommunikationsvermögen, Verhandlungsgeschick und Fähigkeiten im Projektmanagement, so Biber. Die Projekte liefen oft über Jahre und die Systeme, die dabei entstehen und gepflegt werden müssen, bildeten oftmals das Rückgrat der Kundenunternehmen: “Auf SAP laufen die zentralen, lebenswichtigen Prozesse eines Unternehmens. Prozesse wie die Zahlung von Gehältern oder die Vergabe von Krediten werden weiterhin regelbasiert ablaufen, damit jedes Ergebnis streng deterministisch ermittelt wird und reproduzierbar bleibt”, erklärt Biber. Ein gewisses Maß an Nicht-Nachvollziehbarkeit sei in einem Kunden-Chat tolerierbar, aber beispielsweise nicht in einer Konzernbilanz, hält der Consultant fest: “Kritische Prozesse überlassen Konzerne nicht einer KI, die, gerade wenn es um komplexe Modelle geht, noch stark den Charakter einer Black Box hat.”
Dort, wo KI hilft, zum Beispiel, um Daten und Ergebnisse in natürlicher Sprache auszudrücken, würden eher Komponenten hinzugekauft oder kleinere KI-Pilotprojekte gestartet – dies sei kein Vergleich zu großen SAP-Projekten, konstatiert Biber. So habe SAP zum Beispiel bekanntgegeben, nicht selbst in Large Language Models zu investieren, sondern diese, wo nötig, von Drittanbietern zu beziehen und zu integrieren. Auch aus Sicht von Philipp Herzig, CTO von SAP, entsprechen die großen Sprachmodelle nur einem Rohstoff, auf dessen Grundlage die erfolgversprechenden Anwendungen entwickelt werden.
Und das beantwortet auch die andere Frage, wie viel KI-Wissen sich ein SAP-Berater aneignen sollte. “Nicht so viel, wie man landläufig meinen würde. In den wenigsten SAP-Job-Ausschreibungen kommt KI prominent vor“, verrät Biber. Ein Grundverständnis für KI und sinnvolle Anwendungsbereiche seien zwar wichtig, aber das sei eher die IT-architektonische Sicht: “SAP-Berater müssen erkennen, wenn es einen Teilbereich gibt, den man gefahrlos mit KI automatisieren oder flankieren kann oder wo Sprachmodelle einen echten Mehrwert bieten. Der Consultant wird dann mit seinen Skills im Projektmanagement die Personalressourcen finden, um das umzusetzen.“
KI-Berater vor ungewisser Zukunft?
Zusammenfassend hält Biber fest: “KI besitzt den Reiz des Neuen. Aber die SAP-Beratung bleibt auf lange Sicht das hochrangigere Feld und damit auch karrieretechnisch spannender. Auch wenn sich das derzeit in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so widerspiegelt. Wer sich stattdessen auf KI spezialisiert, muss sich in den nächsten Jahren auf viele Umbrüche und Verwerfungen in einem jungen Markt einstellen. Wir sind in der Hype-Phase. Die entsprechenden Business-Modelle werden erst ausgetestet und es bleibt unklar, welche Tools und Hersteller sich am Ende durchsetzen. Selbst die großen Player Open AI und Anthropic machen keinen Gewinn.”
Niemand könne voraussagen, so Biber, ob große Unternehmen in zehn Jahren KI auf eine Weise einsetzten, die dauerhaft KI-Berater erforderlich mache – und welche Skills diese dann konkret benötigten. SAP dagegen bleibe weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit das Rückgrat vieler Unternehmen: “Andere Herstellerfirmen mögen größer sein und werden von der derzeitigen KI-Welle getragen. Fakt ist aber: SAP hat über Jahrzehnte ein einzigartiges Ökosystem, ein nachhaltiges Geschäftsmodell geschaffen und ist für zahlreiche Anwenderunternehmen schwer ersetzbar. Das verspricht auch für die kommenden Jahre gute Entwicklungen und ein karrieretechnisch attraktives Umfeld”, meint der Personalprofi. (fm)
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