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EU Inc.: Neue EU-Unternehmensform soll Start-ups beflügeln

Ein Unternehmen in nur 48 Stunden gründen und in der ganzen EU Geschäfte machen: Die EU-Kommission hat am Mittwoch die neue Unternehmensform EU Inc. …

Fakten

  • Die neue EU-Rechtsform soll Start-ups beflügeln
  • Ein Unternehmen in nur 48 Stunden gründen und in der ganzen EU Geschäfte machen
  • Die EU-Kommission hat am Mittwoch die neue Unternehmensform EU Inc. vorgestellt
  • Die Idee: Wenn Firmengründer diese EU-Rechtsform wählen, müssen sie sich nicht mehr mit 27 verschiedenen Regelwerken herumschlagen, sondern können sich auf ein EU-Unternehmensrecht verlassen.
  • Das soll vor allem Start-ups helfen, schnell in Europa zu wachsen und in viele Mitgliedstaaten zu expandieren
  • Ein Mindestkapital für die Gründung einer EU Inc. gibt es nicht
  • Die Firmengründung soll mit wenigen Klicks vollkommen digital möglich werden
  • Persönliche Formalitäten gehören der Vergangenheit an
  • Viel zu lange mussten europäische Unternehmen, wenn sie die Expansion in neue Märkte in Europa durchführen wollten, sich mit der Komplexität von 27 verschiedenen Rechtsordnungen und Verwaltungen auseinandersetzen
  • EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné sagte: 'Viel zu lange haben sie Zeit und Geld für Anwälte, Notare oder Übersetzungen verschwendet'
  • EU-Inc.-Unternehmen können frei wählen, in welchem Mitgliedstaat sie sich niederlassen
  • Sie müssen dann die nationalen Vorschriften des ausgewählten Landes einhalten, etwa das Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht
  • Der europäische Gewerkschaftsverband UNI Europa befürchtet daher, dass durch die freie Wahl des Firmensitzes die in einigen Ländern hohen nationalen Standards umgangen werden könnten
  • Unternehmen würden so die Möglichkeit haben, sich Länder mit niedrigeren Standards auszusuchen
  • Der Gewerkschaftssekretär Oliver Roethig sagte: 'Wir schätzen, dass es innerhalb von 10 Jahren bis zu 300.000 EU-Inc.-Unternehmen geben wird, die etwa 1,6 Millionen Menschen beschäftigen'
  • 90 Prozent der Unternehmen würden Neugründungen sein
  • Er rechnet mit einem Wettbewerb unter den Mitgliedstaaten, Gründer und Unternehmer zur Ansiedlung bei sich zu gewinnen
  • Für mehr Flexibilität könnten auch die Pläne für Homeoffice in der ganzen EU sorgen
  • Derzeit können Unternehmen ihren Mitarbeitern nach EU-Recht erlauben, bis zu 25 Prozent ihrer Arbeitszeit in einem anderen EU-Land zu verbringen
  • In bestimmten Fällen sind auch 50 Prozent schon heute möglich
  • Noch in diesem Jahr will die EU-Kommission allerdings einen Vorschlag für Start-ups vorlegen, wonach deren Mitarbeiter auch 100 Prozent Homeoffice in der ganzen EU machen dürfen – also von überall in Europa arbeiten können
  • Laut Stephan Wernicke von der Deutschen Industrie- und Handelskammer stößt die neue Rechtsform auf großes Interesse in der deutschen Wirtschaft
  • Es handle sich um 'spürbare Vereinfachungen' und werde Unternehmensgründungen Rückenwind geben
  • EU-Parlament und Mitgliedstaaten müssen nun über die Vorschläge beraten
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