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Erstmals seit Corona: Psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen nimmt wieder zu
Jeder vierte junge Mensch zwischen acht und 17 Jahren leidet unter psychischer Belastung und zeigt Symptome etwa von Ängsten oder Depressionen. Das i…
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Fakten
- Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen nimmt wieder zu.
- Jeder vierte junge Mensch zwischen acht und 17 Jahren leidet unter psychischer Belastung und zeigt Symptome etwa von Ängsten oder Depressionen.
- Das ist eines der zentralen Ergebnisse der repräsentativen Umfrage „Deutsches Schulbarometer“ im Auftrag der Robert-Bosch-Stiftung.
- Die Kinder rund 13 Jahre alt, die Eltern rund 46 Jahre.
- Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen war noch etwas niedriger bei 21 Prozent gelegen.
- Die aktuellen Ergebnisse zeigen erstmals seit dem Ende der Corona-Pandemie, dass die Belastung wieder steigt.
- Besonders stark betroffen sind Kinder aus Familien mit sehr niedrigem Einkommen (31 Prozent) und mit sonderpädagogischem Förderbedarf (36 Prozent).
- Die Schule sei ein „entscheidender Entwicklungsraum“ für junge Menschen.
- Guter Unterricht sei ein „starker Einflussfaktor“ für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
- Soziale Medien hätten einen Einfluss auf die psychische Gesundheit junger Menschen – dieser sei aber im Vergleich zu Faktoren wie Armut viel geringer.
- 30 Prozent der Elf- bis 17-Jährigen gaben demnach an, mindestens einmal im Monat mit sozialer Ausgrenzung, Gewalt und Aggression analog wie online konfrontiert zu sein.
- Am häufigsten sind Jugendliche im Alter von 14 Jahren betroffen.
- Leistungsdruck und das Gefühl, auch am Wochenende lernen zu müssen, für die Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler eine große Rolle spielen.
- Ein wichtiger Faktor für psychische Gesundheit und das Wohlbefinden ist Selbstwirksamkeit.
- Wer das Gefühl hat, Einfluss auf das eigene Leben und dessen Umstände zu haben, ist insgesamt widerstandsfähiger und engagiert sich eher.
- Die Ergebnisse des „Schulbarometers“ zeigen nun jedoch, dass Schülerinnen und Schüler sich oft kaum gehört fühlen.
- Zwar können sie Klassenregeln oder Projektwochen mitbestimmen, aber bei der Unterrichtsgestaltung und Leistungsbewertung hört die Mitbestimmung bei fast allen auf.
- Die Lehrkräfte, die im vergangenen Jahr befragt wurden, stimmen mit der Einschätzung der Schülerinnen und Schüler überein.
- 55 Prozent der Lehrkräfte halten die Beteiligung für ausreichend, während sich 74 Prozent der Schülerinnen und Schüler mehr Mitbestimmung wünschen.
- Die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz (BSK), Amy Kirchhoff, kritisiert die schulischen Strukturen für Partizipation: „Wir als Schüler:innenvertretung sagen immer: Wer sich beteiligen will, soll zu uns kommen.“
- Die Selbstwirksamkeit, die durch Partizipation möglich wäre, bleibe nur für wenige erreichbar.
- „Wir sehen hier großen Handlungsbedarf“, sagt Kirchhoff. Man muss dafür aber nicht das „Rad neu erfinden“ – es reiche, kleine demokratische Strukturen wie einen Klassenrat zu stärken.
- Ein Positivbeispiel für niederschwellige, pragmatische Lösungen liefert Thilo Engelhardt, Sprecher des Preisträgernetzwerks des Deutschen Schulpreises und Schulleiter der Waldparkschule in Heidelberg.
- Die Ergebnisse des „Deutschen Schulbarometers“ legen einen hohen Unterstützungsbedarf nahe, dem jedoch eine „unzureichende Versorgungsstruktur“ gegenübersteht.
- „Wartezeiten für psychotherapeutische Hilfe sind teils sehr lang, und die vorhandenen Unterstützungsangebote in Schulen reichen nicht aus“, lautet das Urteil.
- Entscheidende Hebel sehen sie in der Stärkung von Beteiligung in der Schule, aber auch in gezielten Maßnahmen zur Verringerung von Kinderarmut.
- Kinder und Jugendliche sollten gezielt dabei unterstützt werden, Kompetenzen wie Emotionsregulation, einen reflektierten Medienkonsum oder Gesundheitskompetenzen aufzubauen.
- Die BSK-Generalsekretärin Kirchhoff kritisiert zudem den fehlenden politischen Willen bei der Finanzierung: „Wenn Lehrkräfte dauerhaft überfordert sind, weil Zeit und Personal fehlt, ist das keine Frage von Überstunden.“
- Es sei dringend nötig, Stellen und Fortbildungen zu finanzieren.
- „Stattdessen sehen wir, dass der gesamte Bereich der multiprofessionellen Teams gerade zusammengespart wird. Sensibilisierung der Lehrkräfte ist wichtig, aber wir brauchen auch richtig ausgebildetes Fachpersonal.“
- Die BSK setzt sich seit fast einem Jahr mit der bundesweiten Mental-Health-Kampagne „UNS GEHTS GUT?“ für ein stärkeres Bewusstsein für die mentale Lage von Schülerinnen und Schülern ein.
- Die Umfrage wurde im Auftrag der Robert-Bosch-Stiftung durchgeführt.
- Die Umfrage fand vom 9. Mai bis zum 3. Juni 2025 statt.
- Die Studie wurde von Forsa durchgeführt.
- Die Studie umfasste 1507 Menschen der genannten Altersgruppe sowie je einen Elternteil.
- Die Studie fand in Deutschland statt.
- Die Studie wurde im Rahmen des Deutschen Schulbarometers durchgeführt.
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