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Nach der Abschiebung: Viele Kurden im Irak wollen direkt wieder los

Bakir Ali (52) hat einen Raum in seinem Büro, in den er zum Weinen geht. An der Wand hängen Fotos von Babys, Kindern, Frauen und Männern aus der Kurd…

Fakten

  • Die meisten kurdischen Migranten stammen aus der Region Raparin, deren Zentrum Ranya ist.
  • Im vergangenen Jahr stellten nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge knapp 5000 Irakerinnen und Iraker einen Asylantrag, mehr als zwei Drittel davon waren Kurden.
  • Schutz erhält allerdings nur etwa jeder sechste Antragsteller.
  • 2024 wurden rund 700 Menschen aus Deutschland abgeschoben, darunter viele Kurden.
  • Die Türkei macht die Durchreise nach Europa fast unmöglich gemacht.
  • Die Route jetzt meist über Libyen führt und ist damit noch gefährlicher geworden.
  • Beliebtestes Ziel sei inzwischen Großbritannien – bis vor einigen Jahren sei es Deutschland gewesen.
  • Ein gutes Leben sei nur denen vergönnt, die Geld und Einfluss hätten.
  • Die Menschen fliehen aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen. Alle haben gemeinsam, dass sie nach einem besseren Leben streben.
  • Der Irak gehört weiterhin zu den wichtigen Herkunftsländern im deutschen Asylsystem – Rang vier hinter Syrien, Afghanistan und der Türkei.
  • Im vergangenen Jahr stellten sich rund 6700 Menschen aus der nordirakischen Kurdenregion auf den Weg nach Europa gemacht.
  • 2021 waren es noch 28.000 Menschen.
  • Die meisten kurdischen Migranten in Deutschland sind desillusioniert und würden freiwillig zurückkehren, wenn sie dabei mehr Unterstützung erfahren würden.
  • Andere würden gar nicht erst aufbrechen, wenn die Lügen der Schleuser entlarvt würden – die den Menschen erzählten, das Paradies auf Erden sei nur einen Spaziergang entfernt.
  • Die Rückkehrer stehen meist nicht nur finanziell vor dem Nichts. Sie erleiden häufig auch einen Kulturschock, im Nordirak erinnert wenig an Europa.
  • Mohammad Khader arbeitet in einer Bäckerei auf dem Markt und verdient rund sieben Euro – am Tag.
  • Khader wurde aus Bayern abgeschoben, das Datum weiß er bis heute auswendig.
  • Der Kurde hat sich während der Flüchtlingskrise 2015 auf den Weg nach Europa gemacht.
  • Die wirtschaftliche Lage im Nordirak sei damals wie heute schlecht gewesen.
  • Außerdem habe sich zu der Zeit die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Region ausgebreitet.
  • Mohammad Khurshid hat seinen Schulabschluss in der Steiermark in Österreich gemacht, wo er eine Lehre als Maschinenbautechniker machen wollte.
  • Seine Familie wurde im vergangenen September abgeschoben.
  • Khurshid ist mit 14 Jahren nach Österreich gekommen und ist seine Heimat geworden.
  • Er kann nichts machen, weil er keine Arbeit findet.
  • Sein Vater kommt bis heute nicht darüber hinweg, dass die Behörden seine Familie zurückgeschickt haben.
  • Shadi Azad ist 13 Jahre alt und hat in Friedelsheim in Rheinland-Pfalz gelebt, bis sie mit ihren beiden Brüdern und ihrer Mutter am 28. Mai vergangenen Jahres abgeschoben wurde – nach drei Jahren in Deutschland.
  • Die Polizei ist nachts um zehn gekommen und hat die Handys weggenommen.
  • Shadi sagt: Wir wissen nicht, warum wir abgeschoben wurden. Wir haben davor keinen Brief oder so bekommen.
  • Der 13-Jährigen fehlt ihr Fußballverein, auf Fotos ist sie im Trikot mit ihrem Team zu sehen – und sie vermisst die Schule.
  • In der 5c der Carl-Orff-Realschule in Bad Dürkheim war sie Klassensprecherin.
  • Die deutsche Schule habe Scans geschickt, die in Sulaimaniyya nicht akzeptiert worden sind.
  • Helfer Ali sagt, er sei deswegen im Bildungsministerium der Regionalregierung in Erbil vorstellig geworden – ohne Erfolg.
  • Seit acht Monaten hätten Shadi und ihre Brüder keinen Unterricht mehr.
  • Ali ist bekannt in Ranya. Wenn man mit ihm über den Basar geht, zeigt sich, wie viele Menschen in der Stadt eine Fluchtgeschichte haben.
  • Der Mann wurde aus Großbritannien abgeschoben, sagt er, während er die Hand zum Gruß hebt.
  • Der hier aus Dänemark.
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