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Deutsche Marine: Mangel an Schiffen verhindert Golf-Einsatz

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) haben die Anfrage aus Washington zur Entsendung von Marineeinheite…

Fakten

  • Die Deutsche Marine verfügt derzeit über 51 Schiffe und Boote.
  • Für den aktuellen Einsatz an der Ostflanke zur Überwachung russischer Aktivitäten und für Nato-Verpflichtungen im Mittelmeer stehen dem Verteidigungsminister nur eine Handvoll Einheiten bereit.
  • Von den elf Fregatten sind aktuell nur die „Sachsen“, die „Brandenburg“ und die „Nordrhein-Westfalen“ auf See.
  • Die Fregatte „Baden-Württemberg“ ist auf Ausbildungsmission in England.
  • Drei Fregatten sind in verschiedenen Phasen der Einsatzvorbereitung eingebunden.
  • Von den fünf Korvetten aus Warnemünde sind nur drei einsatzbereit, sie sind überwiegend in der Ostsee gefordert.
  • Bei den U-Booten ist die Lage ähnlich.
  • „U 36“ ist zurzeit als einziges der sechs U-Boote an der Nordflanke für die Nato im Einsatz.
  • Bei den zwölf Minenabwehreinheiten in Kiel sieht es etwas besser aus.
  • Vier sind unterwegs, zwei davon in einem Nato-Einsatz vor Karlskrona in Schweden.
  • Weitere bereiten sich auf einen Einsatz vor.
  • Die „Elbe“ ist in der Ägäis im Nato-Einsatz, die „Mosel“ bereitet sich auf die Fahrt ins Mittelmeer vor und die „Werra“ ist beim Nato-Einsatz vor Schweden.
  • Die „Donau“ und „Main“ liegen in Kiel und Eckernförde.
  • Nur die „Rhein“ befindet sich im Marinearsenal in Warnemünde.
  • „Die deutsche Marine ist aktuell komplett in Europa mit den Hotspots beschäftigt, da ist nicht mehr viel verfügbar“, sagt Politikwissenschaftler und Marinekenner Sebastian Bruns.
  • Das Beschaffungswesen der Bundeswehr ist wie ein Öltanker, der in einem engen Fjord wenden muss. Das geht nicht so schnell”, sagt Bruns.
  • Erschwert wird die Lage noch durch Ausrüstungsmängel.
  • Die vier modernsten Fregatten der Klasse 125 sind nicht für den Einsatz in einem Seegebiet geeignet.
  • Von der Abwehr von Drohnen oder ballistischen Flugkörpern war für die 2019 bis 2022 in Dienst gestellten Schiffe kein Wort zu lesen.
  • Die über zwei Milliarden Euro teuren Schiffe können nicht in Reichweite iranischer Drohnen eingesetzt werden.
  • Prof. Joachim Krause kritisiert die Absage des Bundeskanzlers: „Ich kann verstehen, dass man Präsident Trump nun die Grenzen aufzeigen will. Mit Blick auf die Golfstaaten ist diese Absage eine sehr unkluge Reaktion.“
  • Ein Kompromiss zur Absage wäre aus Krauses Sicht ganz einfach möglich gewesen.
  • „Man hätte ein Minensuchboot zumindest anbieten können. Das wäre auch ein Signal der Solidarität mit den Golfstaaten gewesen“, sagt Krause.
  • Ähnlich hatte Deutschland im April 1991 reagiert, als die USA nach dem Golfkrieg zur Befreiung Kuwaits von irakischen Truppen ebenfalls um Hilfe zur Minensuche bei den europäischen Verbündeten angefragt hatten.
  • Damals schickte Deutschland Minenjäger und Tender in den Golf. Sie räumten bis September 1991 rund 100 irakische Seeminen.
  • Heute sind es noch zwölf Minensuch-Einheiten beim 3. Minensuchgeschwader in Kiel.
  • Sofort einsatzbereit ist zurzeit nur ein Schiff der Marine: die „Gorch Fock“. Sie soll am 7. April zur Transatlantikreise in Richtung USA auslaufen.