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Christopher Clarks Dresdner Rede: „Frieden muss immer wieder erkämpft werden“
Geschichte wiederholt sich nicht. Ob vor 500 Jahren oder 1914, ob 1939 oder 2022: Alles, was geschieht, ereignet sich in verschiedenen Epochen, unter…
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Fakten
- Die Dresdner Rede von Sir Christopher Clark wurde am Sonntag im großen Haus des Dresdner Staatsschauspiels gehalten.
- Die Rede heißt „Europas Schlafwandler – damals und heute“ und spielt auf Clarks Bestseller von 2012 „Die Schlafwandler – Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ an.
- Sir Christopher Clark ist ein australischer Historiker und Cambridge-Professor, der am 66. Lebensjahr seine Rede hielt.
- Clark betont, dass Geschichte sich wiederholt und dass Alles, was geschieht, in verschiedenen Epochen, unter anderen Umständen, in völlig unterschiedlichen historischen, politischen, sozialen und persönlichen Konstellationen ereignet sich.
- Die europäischen Großmächte am Vorabend des Ersten Weltkriegs waren in fatalem Misstrauen in die bestehenden Bündnisse verstrickt, was katastrophale Folgen hatte.
- Clark sagt, dass wir uns genau wie in den Jahren vor 1914 mitten in einem großen globalen Wettrüsten befinden.
- Die Menschen jener Epoche waren an das ständige Auftreten von Krisen gewöhnt und hatten sich gedacht, dass alles wie immer auch vorübergehen würde.
- Clark macht deutlich, dass die Staaten, die 1914 in den Krieg eintraten, existieren noch immer – in veränderter Form.
- Er kritisiert den unvollendeten Föderalismus der Europäischen Union und sagt, dass sie nicht in der Lage oder willens ist, militärische Macht zu projizieren.
- Clark identifiziert Putins Russland als den eindeutigen Aggressor im Konflikt in der Ukraine.
- Er sagt, dass die NATO-Allianz nicht in der Lage ist, militärische Macht zu projizieren und dass es einen schweren Fehler wäre, anzunehmen, dass Donald Trump das Kriegsrisiko verringert hat.
- Clark betont, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist und dass eine entschlossene Selbstverteidigung mit nüchternen Kriegsvermeidungsstrategien unerlässlich ist.
- Er sagt, dass die europäischen Staaten in allen wichtigen Fragen gespalten sind wie eh und je und stolpern genauso schlafwandlerisch durch die gegenwärtige Krise wie 1914.
- Clark glaubt nicht, dass das bei den heutigen Regierungen des Falls ist, sondern man ist sich der Risiken auf eine Weise schmerzlich bewusst wie es die Menschen damals nicht waren.
- Er sagt, dass der blutige Kriegsknoten nur durch einen Kompromiss gelöst werden kann und dass Erfolg nicht nur in Quadratkilometern gemessen werden sollte.
- Clark ist sich sicher, dass die Ukraine nach dem Krieg Mitglied der Europäischen Union werden wird und das größte Wiederaufbaupaket in der Geschichte der Kriegsführung erhalten wird.
- Er sagt, dass es keine offizielle rechtliche Anerkennung der illegalen Annexionen Russlands geben kann, aber hofft auf Wohlstand und Aufschwung für ein Volk, das gelernt hat, innerhalb der Grenzen des politisch Möglichen zu leben.
- Die Dresdner Rede fand am Sonntag im Großen Haus statt und wird 2026 wiederholt werden.