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Rohstoffschock trifft die Chemiebranche

Das gab es noch nie: „Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten durch den Iran-Krieg kann zurzeit keine solide Prognose der Entwicklung der Chemie- und P…

Fakten

  • Die Chemiebranche trifft auf einen Rohstoffschock.
  • Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten durch den Iran-Krieg kann zurzeit keine solide Prognose der Entwicklung der Chemie- und Pharmaindustrie im Jahr 2026 getroffen werden.
  • Die Straße von Hormus ist de facto abgeriegelt.
  • Der Preis für ein Fass (159 Liter) der für Europa maßgeblichen Referenzsorte Brent bei knapp 100 Dollar.
  • Erdgas wurde im europäischen Großhandel mit knapp 50 Euro pro Megawattstunde gehandelt.
  • Die Unsicherheit bringt viele Betriebe an ihre Grenzen und macht strategische Planung immer weniger möglich.
  • Steigende Energiepreise könnten kurzfristig auch in Europa zu höheren Strompreisen und Belastungen für Haushalte und Unternehmen führen.
  • Die Inflation in Deutschland könnte in den nächsten 12 Monaten von jetzt rund 2 Prozent in die Region von 3,5 Prozent klettern.
  • Die energieintensive Industrie trifft es besonders heftig und die Chemiebranche tut sich nun ein zusätzliches Problem auf.
  • Große Entrup berichtet, dass sich seit der Wochenmitte beim VCI zunehmend mehr Firmen melden, die Probleme haben, Grund- und Rohstoffe zu bekommen.
  • Schiffe mit Chemikalien an Bord hängen vor der Straße von Hormus fest.
  • Saudi-Arabien, aber auch Katar und die Vereinten Arabischen Emirate exportieren unter anderem Schwefel, Ammoniak, Phosphor, Helium oder Brom.
  • Die Betroffen sind zudem Schwefelverbindungen, die aus Raffinerien kommen.
  • Helium wird bei der Verflüssigung von Erdgas quasi nebenbei gewonnen.
  • Ammoniak und der damit eng verwandte Harnstoff werden im Nahen Osten erzeugt.
  • Die Landwirtschaft benötigt Stickstoffdünger, den die Chemieindustrie für die Herstellung von Düngemitteln produziert.
  • Bei Düngemitteln und bei Sulfat gibt es einen Preisanstieg.
  • Im globalen Harnstoff-Handel passieren mehr als 30 Prozent die Straße von Hormus, rund 20 Prozent des weltweiten Handels mit Ammoniak und Phosphaten, etwa 50 Prozent des Seehandels mit Schwefel.
  • Die Verknappung der Rohstoffe macht sich auch in Europa bemerkbar.
  • Das Beratergremium der Wirtschaftsministerin warnt vor steigenden Düngemittelpreisen, die die Kosten für Lebensmittel nach oben treiben könnten.
  • Die Chemiebranche ist eine zentrale Industrie und in mehr als 80 Prozent aller Produkte steckt Chemie.
  • Die Verarbeitungsketten sind lang und können beispielsweise ohne Brom zahlreiche Farbstoffe und Pigmente nicht erzeugen.
  • Es besteht die Sorge ernster, zunehmender Versorgungsengpässe bei Rohstoffen.
  • Ein Branchenkenner betont: Das zweite Quartal könnte für die gesamte Weltwirtschaft sehr bitter werden.
  • In Deutschland müsse womöglich die Produktion in zahlreichen Industriesektoren heruntergefahren werden.
  • Arbeitsplätze könnten wegfallen und die Chemieindustrie ist ohnehin schon heftig ange schlagen.
  • Die Jahresbilanz der Chemie ist unterirdisch – Produktion, Umsatz und Preise sind im roten Bereich.
  • 2026 werde nicht leichter.
  • Die Gewerkschaft IG BCE warnt vor einem unkontrollierten Kapazitätsabbau in der chemischen Grundstoffproduktion.
  • Es droht der Verlust kompletter Industriecluster, mindestens aber eine chaotische Deindustrialisierung.
  • Die Gewerkschaft IG BCE fordert einen politisch moderaten Prozess, um notwendige Kapazitäten und strategisch wichtige Standorte in Deutschland zu sichern.