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Dresden: Bundeswehr-Museum widmet sich Wunderwaffen der NS-Diktatur

„Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n, Und dann werden tausend Märchen wahr“, sang die schwedische Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander…

Fakten

  • Der Bundeswehr-Museum in Dresden widmet sich Wunderwaffen der NS-Diktatur.
  • Die schwedische Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander sang im Ufa-Liebes- und Propagandafilm „Die große Liebe“ von 1942.
  • Der Begriff 'Wunderwaffe' ist eigentlich älter als man denkt.
  • Das NS-Regime strickte früh das Mythos von der Überlegenheit deutscher Waffensysteme.
  • Die Armeen anderer Staaten hatten auch schon früh für sich reklamiert, 'ganz tolle Waffen' zu haben.
  • Kritisch hinterfragt wird in der Ausstellung „Wunderwaffen. Propaganda und Kriegstechnik“ im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr (MHM) in Dresden.
  • Oberst Rudolf Schlaffer, Direktor des MHM, sagte: 'Krieg findet nicht nur auf dem Schlachtfeld statt. Er war und ist stets auch ein Kampf um die Gedanken und Überzeugungen der Menschen.'
  • Die Schau zeigt, dass Berichte über Waffen stets Ausdruck des politischen Willens sind.
  • Die Schau hat hohen optischen Schauwert, aber vor allem der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn ist gewohnt hoch.
  • Nicht mal ansatzweise lässt sich hier der Vorwurf der Verklärung machen, zu heiklen Exponaten wie einem 'Landser'-Heft oder einer NS-Propagandafoto wird der historische Kontext vermittelt.
  • Auf 600 Quadratmetern wird zunächst ein genereller Blick auf die Funktion von NS-Propaganda geworfen.
  • Das Kreieren von Feindbildern war elementarer Bestandteil der NS-Propaganda.
  • 1943 gab es rund 15.000 Propagandasoldaten, die erfolgreiche Soldaten in Szene setzten, um den Durchhaltewillen der Bevölkerung zu stärken.
  • An der 'Heimatfront' wurde ins gleiche Horn gestoßen, am 23. November 1942 titelten die Dresdner Nachrichten auf Seite 1 'Neue deutsche Waffen bewähren sich'.
  • Das Schicksal der Zwangsarbeiter, die in der deutschen Rüstungsindustrie schuften mussten, wird nicht unter den Teppich gekehrt.
  • Die Zivilbevölkerung anderer Länder musste ausbaden, um deutsche Ingenieurskunst so zu schaffen.
  • Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden u.a. die 'Stuka' oder das Maschinengewehr 42 wirkungsvoll in Szene gesetzt.
  • Im weiteren Kriegsverlauf radikalisierte sich dieser Prozess, als sogenannte Wunderwaffen oder Vergeltungswaffen zum Einsatz kamen.
  • Waffensysteme wurden nun bereits vor ihrem Ersteinsatz zielgerichtet für den Propagandakrieg entwickelt.
  • Ob die 'Vergeltungswaffe' V 1, der erste Marschflugkörper der Geschichte, oder Tiger-Panzer – jedes Waffensystem war in einen ideologischen Kontext eingebettet.
  • Nicht immer ging propagandistisch, aber alles glatt.
  • Wie zu lesen ist, war Goebbels unzufrieden darüber, wie seitens der Wehrmacht über den ersten Einsatz der V2 berichtet wurde.
  • Er kritisierte, dass der Bericht angab, die Waffe würde bereits seit geraumer Zeit eingesetzt - damit aber die Wehrmacht unfreiwillig klargestellt, dass die V2 bis dahin keine kriegsentscheidende Wirkung besaß.
  • Ein Projekt war ein Schuss in den Ofen, wie etwa der elf Meter hohe 1000-Tonnen-Panzer 'Ratte', der als Modell im Maßstab 1:35 in Augenschein genommen werden kann.
  • Der taktische Wert dieses Ungetüms mit 20 Mann-Fahrzeugbedienung und 40 Mann Gefechtsbesatzung hätte gegen Null tendiert.
  • Auf seinem Weg hätte er buchstäblich eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, auch was eigene Straßen oder Bahnlinien angeht.
  • Beim Bau großer Raketen war das Dritte Reich top, aber vernachlässigt wurde hingegen die Konstruktion kleiner Raketen.
  • In den alliierten Luftstreitkräften war ihr Einsatz weitverbreitet, während sie in der Luftwaffe erst ab 1944 vermehrt zum Einsatz kamen.
  • Gleichwohl ist man immer wieder verblüfft, auf was für Ideen die Waffentüftler im Dritten Reich so verfielen.
  • Ein Foto zeigt die Entdeckung der 'Windkanone' durch US-Soldaten auf dem Versuchsschießplatz Hillersleben.
  • Die Windkanone war der Versuch, gegnerische Tiefflieger durch einen gezielten Luftstrahl zu bekämpfen.
  • Die Propagandatechniken des Nationalsozialismus erzielen zum Teil bis heute Wirkung.
  • Das fängt in der Popkultur an, der Kriegsfilm 'Tiger' stürmte unlängst in 28 Ländern die Streaming-Charts.
  • Die Fiction-Komödie 'Iron Sky' von 2012 lebt vom Mythos um die Fantasiewaffe 'Reichsflugscheibe'.
  • Thoralf Rauchfuß, Co-Kurator und wissenschaftlicher Mitarbeiter am MHM, sagte: 'In der Nachkriegszeit verbreiteten Hochstapler die Legenden von Fluggeräten mit überlegenen Eigenschaften, die gegen Kriegsende angeblich Einsatzreife erreicht hätten.'
  • Diese Geschichten verschmolzen vor allem in den 1950er-Jahren mit Berichten über Ufo-Sichtungen.
  • Selbst Qualitätsblätter wie 'Die Welt am Sonntag' oder das Nachrichten-Magazin 'Der Spiegel' saßen ums Jahr 1950 der Mär vom 'Schrieverschen Flugkreisel' auf.
  • Totzukriegen ist der Mythos 'Wunderwaffe' nicht, er hält sich.
  • MHM-Direktor Schlaffer wies darauf hin, dass derzeit im Krieg zwischen Russland und der Ukraine wiederholt schon von 'Gamechangern' als zeitgenössische Variante einer Wunderwaffe die Rede war.
  • Die Ausstellung ist bis 9. März 2027 geöffnet.
  • Die Location ist Dresden.
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