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Wie Otto das Online-Shopping mit KI revolutioniert

Ein KI-Assistent berät künftig beim Online-shopping.Otto



Wer kennt das nicht beim Online-Shopping: Hunderte Suchergebnisse müssen mühsam gefiltert werden. Und wird gezielt ein spezifisches Produkt gesucht, gilt es die Suchmaschine mit Fachchinesisch zu füttern Damit soll jetzt bei Otto, dem größten deutschen Online-Shop, Schluss sein. Die KI sollen den Kunden gezielt zur gewünschten Ware führen.



Damit läutet Otto eine neue Ära des E-Commerce ein. In Kooperation mit Google hat der Hamburger Versandriese einen KI-Assistenten entwickelt, der auf der Gemini-Technologie des US-Konzerns basiert.  Dabei verfolgt der Online-Shop ein ambitioniertes Ziel: Das digitale Einkaufen soll sich so natürlich anfühlen wie ein Gespräch im Fachhandel.



KI als digitaler Fachberater



Um dies zu realisieren, hat Otto seine App um einen KI-Assistenten erweitert. Mit seiner Hilfe können Kunden nun ihre Wünsche in eigenen Worten formulieren – per Text oder ganz intuitiv per Voice Chat. Nach Angaben des Versandhändlers versteht die KI nicht nur einfache Schlagworte, sondern interpretiert auch den Kontext. Zudem erkenne der KI-Assistent Dialekte oder Umgangssprache zuverlässig. 



Wer etwa nach einer Waschmaschine für einen Single-Haushalt mit Hund sucht, so Otto, bekommt nicht einfach nur eine Liste, sondern eine fundierte Empfehlung, die durch gezielte Rückfragen des Assistenten verfeinert wird. Im Hintergrund hat die KI Zugriff auf die Daten von über 18 Millionen Artikeln sowie Produktbewertungen. So liefert das System in Sekundenschnelle individuelle Vorschläge.



Einkaufen per Foto


Ein Foto genügt – Shopping per Smartphone-Kamera.
Otto



Bei Otto erhofft man sich von dem KI-Einsatz nicht nur mehr Umsatz durch höhere Verkaufszahlen, sondern setzt noch auf einen anderen positiven Nebeneffekt. Durch die präzisere Beratung soll es zu weniger Fehlkäufen kommen und damit zu einer sinkenden Retourenquote.



Doch die Shopping-Revolution findet nicht nur per Sprache statt. Als einer der ersten deutschen Shops unterstützt Otto Apples Visual Intelligence. Wer auf einem Konzert das Hemd des Sängers bewundert oder unterwegs hippe Sneakers sieht, muss nicht mehr mühsam nach Beschreibungen suchen. Ein Foto oder ein Screenshot reichen aus, um über die iPhone-Kamera direkt bei Otto fündig zu werden.



KI als Rundum-Sorglos-Paket



„Individueller geht es kaum“, erklärt Olaf Schlüter, Division Manager Product Management Shopping Platform von Otto, diesen Schritt. So kommen bereits über 85 Prozent des Traffics über mobile Endgeräte. Deshalb ist für den Versandhändler die visuelle Suche die logische Antwort auf ein verändertes Kundenverhalten, das immer weniger linear verläuft.



Allerdings endet die KI-Nutzung bei Otto nicht beim Warenkorb. Auch im Kundenservice soll eine eigenentwickelte KI-Lösung das Ruder übernehmen. Rund um die Uhr beantworte das System Fragen zu Lieferstatus, Rechnungen oder Retouren – und das ohne jede Wartezeit. Komplexe Anliegen übergibt das System nahtlos an menschliche Mitarbeiter, um zu verhindern, dass jemand in einer digitalen Sackgasse landet.



Allerdings ist dies erst der Anfang in Sachen KI-Nutzung. Die Vision von Otto ist ein konsistentes KI-Ökosystem, in dem KI-Agenten künftig den Bedarf der Kunden eigenständig erkennen, Produkte vergleichen und Kaufentscheidungen vorbereiten könnten. Auf diese Weise soll sich der Online-Shop von einer reinen Verkaufsplattform zu einem persönlichen, mitdenkenden Begleiter wandeln, der dem Kunden von der ersten Inspiration bis zur letzten Rückfrage nahtlos zur Seite steht.