Alt-Bundespräsident Gauck nimmt Medien in die Pflicht: „Mich befällt staatsbürgerliches Unbehagen“ - Rede beim Summit "The Future of German Media" in Hannover
Altbundespräsident Joachim Gauck hat die Qualitätsmedien in Deutschland zu mehr konstruktiver Berichterstattung aufgerufen, um in ihrer Berichterstat…
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Fakten
- Der Altbundespräsident Joachim Gauck hat die Qualitätsmedien in Deutschland zu mehr konstruktiver Berichterstattung aufgerufen.
- Unabhängige Journalisten seien „Teil eines Ringens um den Bestand einer Ordnung, die überhaupt garantiert, dass sie arbeiten können, wie sie arbeiten wollen“, sagte Gauck.
- Gauck befällt sich oft ein staatsbürgerliches Unbehagen, wenn sich aus der Summe der vielen investigativen Berichte über die Mängel und Fehler, die er in den anständigen Medien tagtäglich bekommt, wenn ihn all das in ein Grundgefühl des Verdrusses und des Verdachtes lenken will.“
- Es gebe bereits zu viele Bürger, „die angesichts der vielen negativen Zustandsbeschreibungen an der Qualität des Ganzen zweifeln.“
- Gauck wünsche sich von den Qualitätsmedien „mehr Augenmaß oder mehr Fairness“, sagte das frühere Staatsoberhaupt.
- Kritik sei vor allem nötig, wo Demokratie und Freiheit infrage gestellt würden, wie etwa in den USA durch Donald Trump oder auch in Ungarn.
- Gauck forderte von den Qualitätsmedien „mehr Respekt und eine breitere Wahrnehmung dessen, was dieses Land, diese Demokratie tatsächlich lebenswert macht.“
- Die Konferenz „The Future of German Media“ findet derzeit im zweiten Jahr auf Initiative der Madsack-Mediengruppe in Hannover statt.
- Die Konferenz soll ein „Forum für Austausch, Innovation und die Zukunft des deutschen Qualitätsjournalismus“ sein und an diesem Donnerstag und Freitag „führende Köpfe aus Redaktionen, Verlagen und der Digitalwirtschaft“ zusammenbringen, um zentrale Fragen der Medienzukunft zu diskutieren.
- Joachim Gauck war von 1990 bis 2000 Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen und von 2012 bis 2017 der elfte Bundespräsident Deutschlands.