Gewaltvorwürfe im Noma: Chefkoch Redzepi tritt zurück
Dass ihr Arbeitsplatz und ihr Chef immer mal wieder für Schlagzeilen sorgen, ist für die Beschäftigten des Noma nichts Ungewöhnliches. Doch in der Re…
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Fakten
- Der Chefkoch und Mitgründer des Noma, René Redzepi, hat seinen Rücktritt angekündigt.
- Redzepi beteuert darin, stets daran gearbeitet zu haben, „ein besserer Chef zu sein“. Doch gelungen sei ihm das nicht.
- Er erklärt seinen Rücktritt: „Ich weiß, wie ich gewesen bin“, sagt der 48-Jährige und erklärt seinen Rücktritt. „Es tut mir leid, dass ihr alle in dieser Situation seid.“
- Frühere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Noma haben dem Dänen physische und psychische Gewalt vorgeworfen.
- Jahrelang soll er sie in der Küche geschlagen haben, auch ins Gesicht.
- Zudem habe er sie angeschrien, bedroht und massiv gemobbt.
- Bereits 2015 zeigte sich Redzepi reumütig, nachdem es schon einmal heftige öffentliche Kritik an seinem Verhalten gegeben hatte.
- Er beschrieb sich damals in einem Essay selbst als ein „Ungeheuer“ in der Küche, das gerne mal die Beherrschung verliere.
- Die jetzt in der NYT beschriebenen Vorfälle sollen sich in den Jahren zwischen 2009 und 2017 zugetragen haben.
- Die Schilderungen der insgesamt 35 Ex-Beschäftigten sind recht konkret und verstörend.
- Ein ehemaliger Beschäftigter schildert eine demütigende Szene, in der der Chef mehr als 40 Mitarbeiter habe antreten lassen, nachdem jemand Techno-Musik in der Küche gespielt habe.
- Die Kräfte mussten demnach einen großen Kreis um zwei Köche bilden, der wütende Redzepi habe einen in die Rippen geschlagen und gesagt, niemand dürfe zurück ins Haus gehen, bis einer von beiden laut gesagt habe, er gebe DJs gern Oralsex.
- Der Starkoch soll seine Mitarbeiter mit vielfältigen Drohungen eingeschüchtert haben.
- Redzepi erklärt auch, dass er mit seinem Einfluss widerspenstige Mitarbeiter in Restaurants auf der ganzen Welt auf die Blacklist setzen lassen könne.
- Sie bekämen dann nie wieder einen Job in der Spitzengastronomie.
- Auch könne er dafür sorgen, dass Anhänger ausgewiesen würden oder Partner ihre Jobs verlören, wenn die Beschäftigten nicht so spurten, wie ihm das gefalle.
- Das Noma in Kopenhagen hat sich mit seiner skandinavischen Küche den Ruf als eines der besten Restaurants der Welt erarbeitet.
- Sein Name ist Akronym der dänischen Wörter „nordisk mad“, was sich mit „nordisches Essen“ übersetzen lässt.
- Wer hier einen Tisch haben will, muss sich oft monatelang gedulden.
- Die Menüs kosten teils weit mehr als 1000 Euro.
- Das Noma wurde im Jahr 2003 an einem Kai im Zentrum der dänischen Hauptstadt gegründet.
- Den ersten Michelin-Stern bekam es 2005, zwölf Jahre später folgte ein zweiter.
- 2021 heimste der Gourmettempel dann seinen dritten Stern ein.
- Fünfmal belegte er auch den ersten Platz der Hitliste „World’s 50 Best Restaurants“.
- Derzeit tischt das Noma in Los Angeles in einem Pop-up-Restaurant auf.