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Konsens, Pleasure Mapping, Dirty Talk: Therapeutin Leonie Lippl über Sex bei Millennials und Gen Z

Wird die Jugend lustloser? Das könnte man denken, wenn man sich die Ergebnisse der aktuellen <a href="https://www.dnn.de/liebe-und-partnersch…

Fakten

  • Die erste sexuelle Erfahrung findet demzufolge durchschnittlich mit 19 Jahren statt.
  • Die Generation der zwischen 1995 und 2010 Geborenen, also die Gen Z, hat nachweislich weniger partnerschaftlichen Sex, aber qualitativ höherwertiger Sex.
  • Viele junge Menschen setzen sich intensiver damit auseinander, was ihnen wirklich gefällt.
  • Wenn Sex erfüllend ist, muss er nicht ständig stattfinden.
  • Die Selbstbefriedigung liegt Leonie Lippl am Herzen.
  • Sexualität sei kein isolierter Akt, sondern eng mit der Beziehung zu sich selbst verknüpft.
  • Wie diese Beziehung aussieht, entscheidet darüber, wie Beziehungen mit anderen funktionieren.
  • Das Wissen, wie man guten Sex mit sich selbst hat, bevor man mit anderen intim wird, sei hilfreich.
  • Leonie Lippl hat in ihrer Kindheit einen sehr offenen Umgang mit dem Thema Sexualität kennengelernt.
  • Viele Frauen würden aber mit der Idee aufwachsen, dass weibliche Lust etwas Verbotenes sei und Masturbation etwas, das man nicht tun sollte, wenn man in einer Beziehung ist.
  • Um Sex sinnlicher zu gestalten, lohne es sich, einen Blick auf das Sexleben von queeren Frauen zu werfen.
  • Diese berichten häufiger, dass ihr Sexleben weniger einem klaren Ablauf folgt und das Vorspiel nicht als Vorstufe zum eigentlichen Sex gesehen wird.
  • Erwartungs- und Leistungsdruck seien auch bei der jüngeren Generation ein großes Problem.
  • Während Männer unter der Flut an pornografischen Bildern stünden, die ihnen nahelegten, dass Größe und Ausdauer zählten, um nach dem Sex gleich in die zweite Sexrunde zu kommen, fehle es bei Frauen überhaupt an einer Repräsentation ihrer Lust.
  • In Mainstream-Pornos wird weibliche Lust oft komplett ausgeblendet, und in Filmen endet Sex meist, wenn der Mann kommt.
  • Eine der häufigsten Fragen, die Leonie Lippl auf Social Media erreiche, sei die, warum der Orgasmus alleine klappt, aber nicht mit einer anderen Person zusammen.
  • Wenn jemand alleine kommen kann, ist das schon ein riesiger Schritt.
  • Wer gemeinsam mit seinem Partner zum Höhepunkt kommen möchte, dem empfehle sie zunächst nebeneinander zu masturbieren und vor allem keinen Orgasmus anzustreben.
  • Unsere Gesellschaft macht aus dem Orgasmus ein größeres Ding, als er sein müsste. Er ist ein Add-on, kein Leistungsnachweis.
  • Das Pleasure Mapping sei eine Möglichkeit, den Körper als Schatzkarte zu verstehen, ohne das Ziel, einen Orgasmus zu erleben.
  • Die Partner erkunden einfach, was sich wo gut anfühlt – mit Händen, Eiswürfeln, Wärme, einer Feder.
  • Um Sex erfüllender zu erleben, sollte man außerdem ernst nehmen, welcher Lust-Typ man ist.
  • Manche reagieren stark auf Bilder, andere auf Stimmen oder Fantasien.
  • Das sei nicht nur für sich selbst wichtig zu wissen, sondern auch für die Kommunikation mit Sexpartnern.
  • Zentral sei die Auseinandersetzung mit dem sexuellen Konsens – das bedeutet, dass alle Beteiligten allem zustimmen, was beim Sex passiert.
  • Nur weil man gestern Sex hatte, heißt das nicht, dass heute automatisch wieder Einverständnis besteht.
  • Man dürge sich nicht davor scheuen, dass das als Stimmungskiller missverstanden würde.
  • Im Gegenteil, wenn man wisse, wie, könne diese Bestimmtheit sogar sehr sexy auf den Partner wirken.
  • Häufig höre sie jedoch, dass schon die Frage nach einem Kondom für viele mit Scham besetzt sei, ebenso wie die Frage nach einem Test auf sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien, HIV oder Tripper.
  • Das wird schnell als Misstrauen gelesen. Dabei ist es schlicht Gesundheitsvorsorge.
  • Englische Begriffe wie 'clean' (sauber) für den STI-Status hält sie für problematisch.
  • Wer eine Geschlechtskrankheit habe, sei doch nicht schmutzig.
  • Dirty-Talk-Spielchen könnten dabei helfen, Konsens spielerisch zu thematisieren und erotisch zu gestalten.
  • Die notwendigen Skills könne man sich antrainieren wie eine Fremdsprache.
  • Lippl rät, mit wenigen Worten anzufangen und sich mit der Zeit im Vokabular zu steigern.
  • Entscheidend dabei sei, nicht alles zu ernst zu nehmen.
  • Im Kopf klingt es manchmal heißer als laut ausgesprochen.
  • Umso besser, wenn Sexualpartner das leicht nehmen und dann zusammen darüber lachen.
  • In den ihr zugesandeten Nachrichten von Gleichaltrigen beobachtete sie auch, dass sich die jüngere Generation häufiger schriftlich ausdrücke.
  • So halten sie das erotische Spiel am Laufen und schaffen eine aufgeladene Stimmung bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie sich wiedersehen.
  • Man könne zum Beispiel schreiben: Ich habe letzte Nacht von dir geträumt. Willst du wissen, wovon?
  • Letztlich gehe es in der Sexualität immer darum, aus dem Kopf und rein in den Körper zu kommen.
  • Indem wir uns auf die Sinne konzentrieren und uns fragen, was wir sehen, was wir fühlen, was wir schmecken.
  • Wer sich das wieder erlaube, könne Lust neu entdecken – egal ob man 25 oder 50 Jahre alt sei.
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