None

So geht es mit den Berufsschulen in Ostsachsen weiter Standorte Kreise Bautzen Görlitz

Im Freistaat Sachsen gibt es seit August 2021 eine landesweite Teilschulnetzplanung für die berufsbildenden Schulen. Jetzt liegen die Ergebnisse der …

Fakten

  • Der Freistaat Sachsen gibt es seit August 2021 eine landesweite Teilschulnetzplanung für die berufsbildenden Schulen.
  • Die Ergebnisse der Evaluation vorliegen, die das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) durchgeführt hat.
  • Die Entwicklung der Schülerzahlen stellt sich an den beruflichen Schulzentren in den Landkreisen Bautzen und Görlitz unterschiedlich dar.
  • An den Standorten Radeberg, Löbau, Weißwasser und Zittau sind die Schülerzahlen im Vergleich vom Schuljahr 2019/20 zu 2024/25 gestiegen.
  • In Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda und Görlitz dagegen besuchten 2024/25 weniger Auszubildende die Berufsschulen als fünf Jahre zuvor.
  • Veränderungen gibt es zudem bei bestimmten Ausbildungsgängen und Standorten.
  • Deutlich steigende Schülerzahlen sind etwa bei den Tischlern, Malern und Lackierern, Informationselektronikern, Bäckern, Metalltechnikern, Verkäufern, im Bereich Gesundheit und Soziales, bei Landwirten, Zimmerern, Dachdeckern, Wasserbauern, Fachinformatikern, Hotelfachleuten, Fahrzeugtechnikern und -mechatronikern oder Kaufleuten für Büromanagement zu sehen.
  • An mehreren Berufsschulen nehmen auch immer mehr Schüler an der Berufsvorbereitung teil oder besuchen die Vorbereitungsklassen.
  • Sinkende Schülerzahlen gibt es bei der Maschinentechnik, der Technikwissenschaft, bei den Industriekauf- und Pflegefachleuten, den Sozialassistenten, bei der Informations- und Kommunikationstechnologie, der Wirtschaftswissenschaft, der Kunststofftechnologie, bei den Zerspanungs- und Konstruktionsmechanikern, den Heilerziehungspflegern, den Maurern, den Hochbaufacharbeitern und Straßenbauern, Kaufleuten im Einzelhandel oder den Elektronikern für Automatisierungstechnik.
  • Bei der Erzieherausbildung hängt die Entwicklung vom Standort ab.
  • Der Freistaat Sachsen wird ausgehend von der vorliegenden Evaluation den Teilschutznetzplan für die berufsbildenden Schulen fortschreiben, erklärt SMK-Sprecherin Anna Jäpel.
  • Bis zur Sommerpause werde das SMK einen Arbeitsentwurf dazu erstellen.
  • Der neue Teilschulnetzplan für die berufsbildenden Schulen soll zum Schuljahr 2027/2028 in Kraft treten.
  • Die aktuelle Evaluation zeige laut der SMK-Sprecherin, dass die Berufsschulen Standort- und Planungssicherheit haben.
  • Das sei ein Ziel gewesen.
  • Die Standorte im ländlichen Raum habe man stabilisiert.
  • Wie Kultusminister Conrad Clemens (CDU) erklärte, gehörten Berufsschulen in die Regionen und nicht auf die Streichliste.
  • „Die umfassende Evaluation dieses Schulnetzes der berufsbildenden Schulen zeigt: Wir müssen punktuell mit Augenmaß nachsteuern, aber das dezentrale Netz hat sich bewährt.“
  • In dem Evaluationsbericht empfiehlt das SMK verschiedene Maßnahmen für die Fortschreibung des Teilschulnetzplanes.
  • So sollten etwa alle Bildungsgänge überprüft werden.
  • Angesichts der zu erwartenden mittelfristig sinkenden Schülerzahlen sei zu überlegen, wie man mehr Schüler für die Berufsschulen gewinnen könne.
  • Es sei außerdem zu prüfen, ob es eine verbindliche Mindestgröße geben soll, wenn Klassen von der Mindestschülerzahl abweichen.
  • An Berufsschulen, Berufsfachschulen, Fachschulen und Fachoberschulen ist das derzeit jeweils 16 Schüler pro Klasse.
  • Begründete Abweichungen sind möglich.
  • Ausgebildete Heilerziehungspfleger können sich bisher innerhalb von zwölf Monaten zum anerkannten Erzieher ausbilden lassen.
  • Das SMK empfiehlt, dies unter Würdigung der demografischen Entwicklung und des damit einhergehenden deutlichen Rückgangs des Bedarfs an pädagogischen Fachkräften nicht fortzuführen.
  • Die Handwerkskammer Dresden (HWK) begrüßt den SMK-Plan, die Berufsschulen im ländlichen Raum zu sichern.
  • „Es ist wichtig, dass junge Menschen auch außerhalb der großen Städte die Möglichkeit haben, praxisorientiert zu lernen und in ihrer Heimatregion zu bleiben“, erklärte HWK-Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski.
  • Die festgestellten Unwuchten im Teilschulnetzplan sollten aber schnell behoben werden.
  • Laut der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) sollte die Festlegung von Berufsschulstandorten primär der Sicherung der Attraktivität der Berufsausbildung dienen, so IHK-Hauptgeschäftsführer Lukas Rohleder.
  • „Die Fokussierung auf Schulstandorte in Mittel- und Oberzentren, die infrastrukturell gut angebunden und erreichbar sind sowie Unterbringungsmöglichkeiten für Auszubildende bieten, sollte positiv auf die Attraktivität der beruflichen Ausbildung einzahlen und damit langfristig auch der Nachwuchssicherung für Unternehmen in den ländlichen Räumen dienen.“
  • Probleme sollte man aber anerkennen und lösen.
  • Denn laut einer Prognose des Statistischen Landesamtes Sachsen werde die Zahl der Berufsschüler nach dem Schuljahr 2033/34 demografisch bedingt spürbar zurückgehen, und noch mehr Standorte würden dann Auslastungsprobleme bekommen.
  • Darauf müsse man mit der Fortschreibung der Schulnetzplanung reagieren.
  • Die IHK plädiere dafür, dass bestehende Wohnort- in ein Standortprinzip zu wandeln.
  • „Kurzum: Berufe sollten wieder dort beschult werden, wo die meisten Betriebe ansässig sind, die in diesen Berufen ausbilden.“
  • Die Landkreise Görlitz und Bautzen sind Träger von Berufsschulen.
  • Zu Fragen der Schulnetzplanung verweist der Kreis Görlitz ans SMK.
  • Der Landkreis Bautzen erklärt, dass aufgrund steigender oder sinkender Schülerzahlen nicht abzuleiten sei, Plätze in den Schulen aufzustocken oder zu reduzieren.
  • Der Kreis stelle die erforderliche Infrastruktur bereit und passe diese kontinuierlich an.
  • Die Klassenbildung erfolge bedarfsorientiert.
  • Zudem könnten sich die Bedarfe jährlich verändern.
  • „Fachkabinette, Werkstätten und Labore werden daher grundsätzlich vorgehalten, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können“, sagt Landkreissprecherin Sabine Rötschke.
  • Der Landkreis Bautzen stehe zu dem Ziel, berufliche Ausbildung im ländlichen Raum zu sichern und zu stärken.
  • „Berufsausbildung ist eine gesellschaftliche Aufgabe und ein wesentlicher Standortfaktor. Eine vorschnelle Reduzierung von Standorten oder Ausbildungsgängen würde die Ausbildungsattraktivität der Region schwächen und die Fachkräftesicherung beeinträchtigen.“