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Pianist Igor Levit fordert Neuanfang: Dresdner Rede über Erinnerungskultur und Zukunftsvisionen

Ausgetrocknet, energielos und blutleer. So sieht der Pianist Igo Levit das heutige Deutschland. Er beschreibt ein angstbefangenes Land, das vor der K…

Fakten

  • Igor Levit wurde 1987 in Gorki geboren, heute Nischni Nowgorod, fünftgrößte Stadt in Russland.
  • Er erlebte eine typische Wunderkind-Karriere: Unterricht bei der Mutter, erstes Klavierspiel mit drei, erster öffentlicher Auftritt mit sechs, erstes Studium mit 13 und Hochbegabten-Förderung.
  • Seine Familie zog 1995 als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland.
  • Igor Levit ist einer der besten Pianisten seiner Generation und gewiss der politischste.
  • Er tritt in den großen Sälen der Welt auf, solo und mit Orchester.
  • Die Dresdner Reden, die bis 1992 zurückreicht, sind eine Reihe von öffentlichen Debatten, die gemeinsam veranstaltet werden von Staatsschauspiel und Sächsischer Zeitung.
  • Igor Levit sieht im Aufeinandertreffen mehrerer sich gegenseitig verstärkender Krisen die größte Gefahr.
  • Er glaubt, dass Krise Bewegung sei, die Energie frei setzt.
  • Die Demokratie hat ihre Fraglosigkeit verloren und es ist nicht mehr selbstverständlich, sich zu Grund- und Menschenrechten zu bekennen.
  • Igor Levit nennt die deutsche Erinnerungskultur verdienstvoll, doch bislang seien die Gräuel der Shoa vor allem durch Überlebende im Gedächtnis gehalten worden.
  • Er glaubt, dass die defensive Beschwörung des 'Nie wieder!' zu einer Floskel geworden ist und seine Kraft verloren hat.
  • Der Redner findet eine Kraftquelle zur Erneuerung in der jüdischen Kultur und Tradition.
  • Igor Levit meint, dass mehr Neugier auf diese Schätze dem Land guttun könnten.