Kneipensterben in Torgau: Warum sich die Kultbar „Dejavu“ gegen den Trend behauptet
Wer die braune Holztür der Bar öffnet, muss nicht lange auf das lächelnde Gesicht von Jessica Geithner warten. „Schön, dass du da bist“, tönt es durc…
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Fakten
- Die Kneipen in Torgau sind seit den 1920er-Jahren weniger geworden.
- Heute gibt es nur noch drei Kneipen in der Kreisstadt übrig geblieben.
- Das Dejavu, vor 2017 noch die Rumpelkammer, behauptet sich seit 8 Jahren in der Torgauer Ritterstraße.
- Die größte Kundschaft sind regelmäßige Stammtische.
- Im Schnitt sind ihre Gäste 40 Jahre alt.
- Die meisten kommen aus Torgau und der näheren Umgebung.
- Touristen würden nur selten einkehren.
- Der weite Weg, den Stephan und Thomas an diesem Donnerstag genommen haben, war es, um ihren Schulfreund Kevin zu sehen.
- Das Dejavu schätzt der 46-Jährige als Ort der Begegnung.
- Man kommt hier schnell mit anderen ins Gespräch, alle sind sehr offen.
- Die Kneipenkultur hat sich mit den Jahren verändert.
- Im Gegensatz zu früher gehen sie heute seltener etwas trinken.
- Dass ihre Gäste das Dejavu unregelmäßiger besuchen, spürt auch Jessica Geithner.
- Besonders nach der langen Schließung während der Corona-Pandemie.
- Steigende Energiekosten, höhere Löhne und teure Preise für Spirituosen würden die Lage zusätzlich erschweren.
- Mehr Geld verlangt sie für ihre Getränke aber nicht.
- Im Schnitt kostet ein Cocktail in der Bar 7,50 Euro, ohne Alkohol zahlt man zwei Euro weniger.
- Weil ihr Personal fehlt, musste sie aber schon Abstriche machen.
- Ab dem 1. März bleibt das Dejavu montags geschlossen.
- Die Torgauerin hat neben der Kneipe noch eine Pension zu führen.
- Ihr Plan: Ihre Bar soll wieder voller werden – mit Karaoke-Abenden und der Live-Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr.
- Die Ideen zu Sonderveranstaltungen sind der 42-Jährigen auch in den vergangenen Jahren nie ausgegangen.
- Außerdem kommen diese bei ihrer Kundschaft gut an – wie die im Dezember 2026 veranstaltete zweite Flirtparty.
- Der 48-Jährige gehört zu Selinas Stammtisch, bei dem auch die Kneipenbesitzerin regelmäßig teilnimmt.
- Am Dejavu schätzt er besonders die Gemeinschaft, das gemütliche Ambiente und das Bier.
- Außerdem für ihn wichtig: der Raucherbereich.
- Früher besuchte er die Rumpelkammer, mag die neu gestaltete Kneipe aber inzwischen lieber.
- Ungefähr dreimal die Woche kommt er in die Bar.
- Alisa Aust ist auch Teil des Stammtisches und ist bis zu fünfmal hier, zwei Tage davon arbeitet sie.
- Für mich ist das Dejavu zum zweiten Zuhause geworden.
- Deshalb zieht es mich immer wieder hierher. Man fühlt sich einfach willkommen.
- Der Stammtisch, an dem Maurice Sadlon teilnimmt, besteht aus sechs jungen Männern, die sich schon seit der Schulzeit oder länger kennen.
- Warum? Zuhause ist es langweilig. In der Kneipe können wir uns sehen, Dart spielen und Bier trinken.
- Andere Kneipen in Torgau wie der Pub Zum Alten Fritz sind für sie keine Alternative.
- Das Bier ist hier besser und das Ambiente moderner.
- Ohne das Dejavu würde ihnen ein sozialer Treffpunkt fehlen.
- Die Bar ist ihr "Herzensprojekt", wie sie selbst sagt.
- Wie lange sie das Dejavu noch betreiben will? Ich werde mit Rollator noch hier stehen.
- Und ernster: Solange ich es körperlich kann und ich Bock drauf habe, mach ich es. Das setzt aber auch Kunden voraus.