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Machen Sie bloß nicht diese tödlichen Akku-Fehler

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Ein Handy-Akku speichert enorme Mengen Energie auf engstem Raum. Solange alles funktioniert, merken wir davon nichts. Doch ein technischer Defekt oder falsche Handhabung können eine Kettenreaktion auslösen – den sogenannten Thermal Runaway. Dabei befeuert sich der Akku selbst mit Energie, bis er in Flammen aufgeht oder unter starkem Druck aufreißt. Besonders tückisch: Akku-Brände entstehen oft lautlos und entwickeln extrem giftige Dämpfe, die Lunge und Nervensystem angreifen können. Das kann sogar bei einem Akku-Staubsauger passieren.



Diese Ladefehler können Ihr Zuhause in Brand setzen



Oft ist es unsere Bequemlichkeit, die zur Gefahr wird. Ein Smartphone beispielsweise, das nachts unter dem Kopfkissen oder auf einem flauschigen Teppich lädt, kann die dabei entstehende Wärme nicht abführen. Es kann zum Hitzestau kommen, bei dem die chemischen Prozesse im Inneren des Akkus außer Kontrolle geraten. Auf diese typischen Ladefehler sollten Sie achten:




Laden auf weichem Untergrund: Matratzen, Decken und Teppiche wirken wie Isolatoren. Die Hitze staut sich, bis das Gerät im Extremfall Feuer fängt.



Per Handyhülle zum Hitzschlag: Schutzhüllen aus Silikon oder Leder sind wie ein Wintermantel für das Smartphone. Sie verhindern, dass Wärme über das Gehäuse entweichen kann. Nehmen Sie das Handy beim Laden am besten aus der Hülle, wenn es dabei sehr warm wird.



Risiko Multi-Port-Ladegeräte: Ladegeräte mit vielen Anschlüssen teilen die Leistung dynamisch auf. Bei Billig-Modellen führt das schnell zu hoher Hitzeentwicklung am Stecker oder am Gerät – besonders wenn mehrere hungrige Akkus gleichzeitig viel Energie ziehen.



Billig-Hardware ohne Schutz: Wer beim Netzteil spart, spart an der Sicherheit. Billige Hardware verzichtet oft auf Schutzschaltungen, die bei Überhitzung den Strom kappen.



Laden in der Nacht: Wer schläft, bemerkt das erste Knistern oder den Geruch oft erst, wenn es zu spät ist. Laden Sie Geräte mit hoher Hitzeentwicklung idealerweise nur dann, wenn Sie im selben Raum sind. Auch diese häufigen Fehler sollten Sie beim nächtlichen Laden vermeiden.



Defekte Kabel ignorieren: Ein Kabelbruch ist mehr als nur ein Wackelkontakt – er ist eine potenzielle Funkenschleuder. Nutzen Sie zum Laden nur technisch einwandfreie Geräte und Kabel!




Tipp: Nutzen Sie als Ladeplatz eine harte, nicht brennbare Unterlage wie eine Glasplatte, Fliesen oder ein Holzbrett ohne Tischdecke. Achten Sie zudem darauf, dass das Gerät mindestens 50 Zentimeter von Ihrem Kopfkissen entfernt liegt – so gewinnen Sie im Ernstfall wertvolle Sekunden, um sich vor Rauch und Flammen in Sicherheit zu bringen.



Sonderfall E-Bike-Akkus: Energie-Großkaliber in Ihrer Garage


Macht das Laden von E-Bike-Akkus besonders sicher: Eine feuerfeste Ladetasche.Enroslu



Was beim Smartphone gefährlich ist, ist beim E-Bike lebensgefährlich. Ein durchschnittlicher E-Bike-Akku besitzt die Energie von hunderten Handy-Akkus. Wenn dieser in Brand gerät, hilft kein Eimer Wasser mehr – hier brennen Metall und Chemikalien mit hoher Intensität.




Laden in Fluchtwegen verboten: Laden Sie Ihr E-Bike niemals im Hausflur oder direkt neben der Wohnungstür. Im Brandfall wird dieser Akku zur Feuerwand, die Ihnen den einzigen Fluchtweg abschneidet.



Der Keller-Fehler: Oft werden Akkus im Kellerregal zwischen alten Zeitungen oder Lackdosen geladen. Ein technischer Defekt kann dann blitzschnell zum unkontrollierbaren Großbrand führen.



Nach einem Sturz: Ein E-Bike-Akku, der hart aufgeschlagen ist, ist eine tickende Zeitbombe. Auch wenn er äußerlich heil aussieht, können interne Schäden Stunden oder Tage später zum Brand führen. Lassen Sie ihn nach einem Unfall immer vom Fachhändler prüfen!




Tipp: Für E-Bike-Besitzer lohnt sich die Anschaffung einer speziellen Akku-Sicherheitsbox oder einer speziellen feuerfesten Tasche (LiPo-Bag) für den Ladevorgang. Das hält im Ernstfall die Flammen lange genug zurück, um die Feuerwehr zu rufen.



Wenn es brennt: So handeln Sie richtig


Im Ernstfall gilt: Ruhe bewahren und entschlossen handeln!nullplus/Shutterstock.com



Wenn es raucht oder funkt, zählt jede Sekunde. Doch Vorsicht: Ein brennender Lithium-Ionen-Akku reagiert anders als ein normales Feuer. Hier ist besonnenes Handeln gefragt, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.



Erste Hilfe bei Akku-Brand




Stecker ziehen: Nur wenn es ohne Verbrennungsgefahr möglich ist.



Nicht einatmen und raus aus dem Zimmer: Der Rauch ist hochgradig giftig. Verlassen Sie sofort den Raum, auch an Kinder und Tiere im Haus sollten Sie jetzt denken. Bleiben Sie nicht stehen, um das Spektakel zu beobachten – Akkus können auch 20 Minuten nach dem Erlöschen der Flammen noch hochgiftige Aerosole freisetzen.



Das richtige Löschmittel: Bei kleinen Lithium-Ionen-Akkus (z. B. im Smartphone) ist viel Wasser zum Kühlen grundsätzlich geeignet, um die Kettenreaktion zu stoppen. Anders als manchmal behauptet, reagieren Lithium-Ionen-Akkus nicht wie rein metallisches Lithium, das bei Wasserkontakt sofort hochexplosives Wasserstoffgas bildet und heftig brennt. Wichtig: Werfen Sie den Akku niemals in ein kleines Gefäß mit wenig Wasser – durch die schnelle Gasentwicklung kann es zu einer gefährlichen Verpuffung kommen.



Sand, Salz oder Löschdecke: Diese Mittel dienen dazu, die Flammen zu ersticken und ein Übergreifen auf die Umgebung zu verhindern. Wichtig zu wissen: Ein Akkubrand lässt sich kaum klassisch ersticken, weil der Akku den Sauerstoff für die chemische Reaktion im Inneren selbst freisetzt. Dennoch helfen Sand oder große Mengen Speisesalz dabei, die Hitze zu isolieren und den Brandherd abzuschirmen. Im Zweifel bringen Sie den brennenden Energiespeicher mit einer Metallschaufel nach draußen und legen ihn auf auf freiem Boden ab.




Tipp: Spezielle Löschdecken bekommen Sie preiswert, zum Beispiel bei Amazon. Solche Brandlöscher gibt es auch extra für Brände von Lithium-Akkus oder anderen Energiespeichern.



So bleibt Ihr Akku gesund und sicher



Sicherheit und Akkugesundheit gehen Hand in Hand. Ein gepflegter Akku wird seltener zum Risiko:




Die 20-80-Regel: Halten Sie den Ladestand möglichst zwischen 20 und 80 Prozent. Das schont die Chemie und verhindert übermäßige Hitzeentwicklung beim Vollpumpen der letzten Prozente.



Flugmodus aktivieren: Schalten Sie das Handy beim Laden in den Flugmodus. Das reduziert die Hintergrundaktivität und verhindert, dass der Prozessor durch zusätzliche Aufgaben mehr Eigenwärme erzeugt.



Extreme vermeiden: Laden Sie ein eiskaltes Handy (etwa aus dem Winterauto) niemals sofort auf. Lassen Sie es zunächst Zimmertemperatur erreichen.



Auf die Chemie achten: Wenn Sie auf der Suche nach Powerstations, Solarspeichern oder Ersatzakkus sind, achten Sie auf die Bezeichnung LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat). Diese Akku-Chemie ist deutlich stabiler als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus. Selbst bei mechanischen Beschädigungen neigen sie kaum zum gefürchteten Thermal Runaway und gelten deswegen als derzeit sicherste Wahl für das eigene Zuhause.




Tipp: Hochwertige und besonders brandsichere LiFePO4-Lösungen finden Sie zum Beispiel hier:



Wie kann ich die Lebensdauer meines Smartphone-Akkus effektiv verlängern?



Wie lagere ich E-Bike-Akkus richtig, um ihre Lebensdauer zu erhalten?



Was sollte ich tun, wenn mein Smartphone-Akku brennt?



Wie beeinflusst Schnellladen die Akkutemperatur und welche Schutzmaßnahmen gibt es?



Welche Vorteile bieten LiFePO4-Akkus gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus?



Fazit: Sicher laden, entspannt schlafen



Ein moderner Akku ist ein technisches Wunderwerk, aber eben auch ein hochaktiver chemischer Reaktor auf engstem Raum. Die gute Nachricht: Sie müssen kein Brandschutzexperte sein, um damit sicher durch den Alltag zu kommen.



Oft reicht schon ein kritischer Blick auf den Ladeplatz und der Verzicht auf zweifelhaftes Billig-Zubehör, um das Risiko eines Thermal Runaway so gut wie auszuschließen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihr Smartphone wie ein technisches Gerät und nicht wie ein Kuscheltier zu behandeln – dann schützen Sie Ihr Zuhause und verlängern nebenbei auch die Lebensdauer des treuen Begleiters.



(PC-Welt)