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Pfleger aus Leipzig streamte Heimbewohner auf Tiktok: Vorbestraft, ungelernt und keine Reue

In einem Vogelkäfig hinter dem Heim für Menschen mit geistiger Behinderung zwitschern Wellensittiche, im Sommer wird hier draußen gegrillt. Die Wohns…

Fakten

  • Der Pfleger Benny aus Leipzig ist wegen eines Livestreams auf TikTok vorbestraft und hat keine Reue gezeigt.
  • Benny arbeitete als Hilfskraft in einem Heim für Menschen mit geistiger Behinderung in Delitzsch, aber hatte keine entsprechende Erlaubnis von der Behörde.
  • Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt wegen der Videos gegen ihn, es geht um die mögliche Verletzung von Persönlichkeitsrechten.
  • Benny war wegen einer Gewalttat vorbestraft und hatte keine Fachausbildung.
  • Das Heim für Menschen mit geistiger Behinderung in Delitzsch hat Fotos von Benny aus dem Heim im Netz veröffentlicht, auf denen er Medikamente reicht und Verbände wechselt.
  • Die Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) sagt, dass Benny als Hilfskraft keine Medikamente reichen und Verbände wechseln dürfen.
  • Das Heim in Delitzsch hat behauptet, dass Benny wie üblich eingearbeitet worden sei, aber die Versorgung mit Medikamenten dürfe nur im Rahmen klar geregelter Delegation und unter fachlicher Verantwortung und Kontrolle von examiniertem Pflegepersonal erfolgen.
  • Benny wurde über mehrere Leiharbeitsfirmen in Sachsens Heime vermittelt, was eine Praxis ist, die in der Pflege schon seit Langem umstritten ist.
  • Der Personalmangel in Sachsen ist groß und es werden bis 2030 rund 5000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt.
  • Benny kam als Leiharbeiter meist zu Kurzeinsätzen, oft wenn Stammkräfte krank waren.
  • Die Sicherheit von Patienten kann durch die Überprüfung der Menschen, die sich um hilfsbedürftige Bewohnerinnen und Patienten kümmern, gefährdet werden.
  • Ein klares Berufsverbot gibt es für Pfleger in einem Fall wie diesem nicht, aber nahezu alle Experten sind sich einig, dass mit dieser Vorgeschichte einen wie Benny nicht einzustellen ist.
  • Die Leiharbeitsfirma Perso Plankontor hat vor der Anstellung von Benny ein erweitertes Führungszeugnis von ihm verlangt, aber es gibt keine Informationen darüber, ob dies durchgeführt wurde.
  • Das Heim in Delitzsch hat behauptet, dass man Bennys Verurteilung nicht gewusst hätte, aber die Leiharbeitsfirma sagt, dass sie das Vorgehen von Perso Plankontor genutzt hat, um Benny zu vermitteln.
  • Die Heimleitung aus Delitzsch gibt an, dass man Benny nicht beschäftigt hätte, hätte man von seiner Verurteilung gewusst.
  • Sandra Mehmecke vom Berufsverband sieht mehrere Lücken, durch die der Pfleger hier geschlüpft ist, und fordert eine bessere Überprüfung der Menschen, die sich um hilfsbedürftige Bewohnerinnen und Patienten kümmern.
  • Die Leiharbeitsfirma Perso Plankontor hat ihren Vertrag mit Benny fristlos gekündigt und mehrere Heime versichern, dass sie ihn nie wieder beschäftigen werden wollen.
  • Ein Seniorenheim in Markranstädt will künftig genauer hinschauen, bevor es einen Leiharbeiter einstellt, und möchte die Social-Media-Profile von Leiharbeitern durchforsten und zwei Referenzen von früheren Arbeitgebern einholen.
  • Benny reagiert auf die Vorwürfe genervt und sagt nichts zu den Vorwürfen.
  • In einer Nachricht an den Pflege-Influencer Kevin Hartwig rechtfertigt Benny sich, indem er sagt, dass es viele live und drehen Videos von Pflegebedürftigen gibt.