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Grundwasserverbot in Delitzsch: Anwohner bangen um Ernte und Grundstückswerte
Die Sonne steht über den Einfamilienhäusern rund um die Lauesche Straße im Delitzscher Nordosten. In vielen Gärten wird bereits gearbeitet, Beete wer…
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Fakten
- In Delitzsch ist ein Grundwasserverbot in Kraft
- Die Sonne steht über den Einfamilienhäusern rund um die Lauesche Straße im Delitzscher Nordosten.
- Mehrere Gärten werden bereits gearbeitet, Beete werden vorbereitet, erste Pflanzen gesetzt.
- Das Landratsamt Nordsachsen hat eine Allgemeinverfügung erlassen, nachdem Untersuchungen eine Belastung mit sogenannten leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen festgestellt hatten.
- Die Stoffe stammen aus Altlasten einer ehemaligen chemischen Reinigung.
- Für die Menschen im betroffenen Gebiet bedeutet das: Brunnenwasser darf nicht mehr genutzt werden. Auch nicht zum Gießen im Garten.
- In der Anlage 'Eigene Scholle' sorgt das Verbot für viele Fragen.
- Der Vorstand hat die Mitglieder darüber informiert, dass die Entnahme bis auf Weiteres untersagt ist.
- Einige Anwohner sind besorgt um ihre Ernte und Grundstückswerte.
- Die Unsicherheit endet jedoch nicht beim Gießen der Beete.
- Direkt an der Laueschen Straße lebt Sandy Engemann mit ihrer Familie – genau zwischen den beiden früheren Betriebsteilen der Reinigung.
- Sandy Engemann fragt sich, inwieweit sie das Obst und Gemüse aus ihrem Garten noch essen kann.
- Die Wurzeln der Obstbäume reichten tief in die Erde, erklärt sie.
- Können wir das nun essen oder nicht?
- Andere Anwohner der Straße teilen diese Sorgen.
- Schräg gegenüber lebt Heinz Klette, dessen Familie seit Jahrzehnten hier wohnt.
- Für ihn zeigt der Fall vor allem, welche Folgen alte Industriealtlasten noch heute haben können.
- Es ist eine traurige Sache
- Schräg gegenüber lebt auch ein Anwohner, der anonym bleiben möchte.
- Er hat vorsorglich gemeinsam mit zwei Nachbarn eine Wasseranalyse beauftragt.
- Rund 140 Euro habe ihn das gekostet.
- Lieber das Geld in die Hand nehmen und auf Nummer sicher gehen, als ahnungslos zu sein.
- Sein Fischteich werde inzwischen nur noch sparsam mit Leitungswasser nachgefüllt.
- Ein Gartenbesitzer rechnet mit einem schwierigen Sommer.
- Viele hätten hier Brunnen genutzt. Nun wolle er verstärkt Regenwasser sammeln.
- Aber so kleine Sachen wie abends mal drei Stunden Rasen sprengen. Das wird nicht mehr gehen.
- Am Schwarzen Weg, einer Parallelstraße zum Werkstättenweg, endet schließlich die Verbotszone.
- Genau an dieser Grenze liegt das Grundstück von Knut Jänicke.
- Knut Jänicke beschäftigt sich seit Tagen intensiv mit dem Thema.
- Für ihn stellt sich vor allem die Frage, warum das Problem nicht früher konsequent angegangen wurde.
- Seiner Meinung nach hätte man bereits in den 1990er-Jahren handeln können.
- Und so beschäftigt ihn nun die Frage, welche Folgen die Schadstoffe für Pflanzen haben könnten.
- Die Bäume nehmen das Wasser auf. Was passiert jetzt mit denen?
- Kann man überhaupt noch Früchte ernten?
- Das Umweltamt des Landkreises will die Ausbreitung der Schadstoffe weiter untersuchen und zusätzliche Messstellen einrichten.
- Gleichzeitig laufen an den ehemaligen Standorten der Reinigung bereits seit Jahren Sanierungsmaßnahmen.
- Für viele Menschen im Delitzscher Osten sind solche technischen Begriffe jedoch weit entfernt vom Alltag.
- Für sie geht es um ihre Gärten, ihre Häuser und um die Frage, wie sie mit der Situation umgehen sollen.