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Kritik an Kulturstaatsminister Weimer nach Vorgehen gegen Buchhandlungen
Der Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung, Wolfram Weimer, hat drei linke Buchläden wegen Extremismusverdachts von der Liste für den …
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Fakten
- Der Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung, Wolfram Weimer, hat drei linke Buchläden wegen Extremismusverdachts von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen.
- Die Entscheidung sorgt für Empörung. Der Buchladen Rote Straße will gegen die Entscheidung vorgehen.
- 118 Buchhandlungen standen auf der Liste für den diesjährigen Deutschen Buchhandlungspreis.
- Der Buchladen Rote Straße wurde 1972 eröffnet und ist seitdem von einem Kollektiv betrieben, das Verbindungen zu Organisationen wie dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund oder kommunistischen Gruppen hatte.
- Die persönlichen Beziehungen sowie das Sortiment des Buchladens Rote Straße führten dazu, dass es immer wieder Razzien und Strafverfahren gab.
- Neonazis griffen das Geschäft an. Nach 25 Jahren zog der Buchladen an einen neuen Standort um.
- Der Name blieb, auch wenn im Volksmund daraus der Rote Buchladen wurde – man war ja nicht mehr an der Roten Straße zu finden.
- Die Buchhandlung war durchaus preiswürdig: Erst 2023 erhielt der Buchladen Rote Straße aus den Preisgeldern des Deutschen Buchhandlungspreises 7000 Euro.
- Der Kulturstaatsminister und der Verfassungsschutz haben angeblich „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ über den Buchladen Rote Straße herausgefunden.
- Der Rechtsanwalt Sven Adam sagt, dass niemand bisher verraten hat, was man über den Buchladen zu wissen glaubt.
- Die Entscheidung des Beauftragten der Bundesregierung sorgt für Empörung im Buchladen selbst.
- Die drei betroffenen Buchhandlungen fordern den Rücktritt dieses Kulturstaatsministers.
- Der Verband der Deutschen Buchbranche teilt mit: Die Würdigung der kulturellen Leistung einer Buchhandlung von einer etwaigen politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängig zu machen, lehnen wir grundsätzlich ab.
- Große Verlage wie Kiepenheuer & Witsch stellten sich hinter die Buchhandlungen.
- Der NDR zitiert den Göttinger Steidl-Verlag, der Entscheidung Weimers sei „nicht nachvollziehbar“. Auch das Literarische Zentrum Göttingen nennt die Entscheidung „problematisch“.