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Warum fährt kein einziges Kreuzfahrtschiff unter deutscher Flagge?

Eindrucksvoll weht die Flagge auf dem Heck des riesigen Kreuzfahrtschiffes, das für die nächsten Tage einen Traumurlaub verspricht. Die deutsche Flag…

Fakten

  • Es gibt weltweit kein Schiff mehr, das in Deutschland registriert ist und unter deutscher Flagge fährt.
  • Die deutsche Flagge ist es allerdings nicht, die gehisst worden ist. Denn: Es gibt weltweit nur noch 48 Länder als sogenannte Billigflaggenländer eingestuft.
  • Die Billigflaggenländer sind darunter die Bahamas, Panama und Malta.
  • In der Kreuzfahrtbranche ist es üblich, unter sogenannten Billigflaggen zu fahren.
  • Reedereien können frei wählen, in welchen Ländern sie ihre Schiffe für die Seefahrt auf internationalen Gewässern registrieren.
  • Die Schiffe besitzen die Staatszugehörigkeit des Landes, sie ordnen sich zwar der Hoheitsgewalt sowie den Gesetzen des entsprechenden Landes unter, können dadurch aber ihre Kosten senken.
  • Sozialabgaben oder Mindestlohn wie in Deutschland müssen die Reederei für nicht-deutsche Crew-Mitglieder also nicht bezahlen.
  • Auch die Gesetze zu Arbeitsbedingungen, Gewerkschaften und Versicherungen sind andere.
  • Die Gehälter der Crew sowie die Erträge des Schiffes werden deutlich geringer besteuert.
  • Außerdem greifen jene internationalen Vereinbarungen zur Sicherheit oder zum Umweltschutz, denen das jeweilige Flaggenland beigetreten ist – oder eben nicht.
  • Der Urlaub auf den Meeren und Ozeanen wird also erschwinglicher dadurch, dass deutsche Kreuzfahrtschiffe nicht mehr in Deutschland registriert werden.
  • Diezeit sind 48 Länder als sogenannte Billigflaggenländer eingestuft.
  • Malta ist zwar kein Billigflaggenland, dennoch erhalten Reedereien in Italien die Lohnsteuer für Seeleute komplett zurück.
  • Auf Schiffen mit italienischer Flagge würden außerdem nur die Mindeststandards für Arbeitsbedingungen gelten.
  • Aida komme den internationalen Vorschriften der UN-Sondergruppen zur Sicherung der See- und Arbeitsrechte nach, teilte die Reederei dem Business Insider mit.
  • Tui Cruises, dessen Flotte unter maltesischer Flagge fährt, betont, dass die Löhne der Schiffsmitglieder mit Gewerkschaften verhandelt worden sind.
  • Die Reederei lege „Wert auf eine marktübliche und leistungsgerechte Vergütung“, heißt es in einem Nachhaltigkeitsbericht aus dem Jahr 2023.
  • Auch die Schiffe von A-Rosa unter deutscher Flagge fahren, aber auch hier gibt es Ausnahmen.
  • Die „A-Rosa Alva“ fährt unter portugiesischer Flagge, während die Schiffe „A-Rosa Sena“, „A-Rosa Riva“, „A-Rosa Luna“ und „A-Rosa Stella“ unter Schweizer Flagge fahren.
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