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Warum die HPV-Impfung auch für Jungen wichtig ist
Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) ist vor allem als „Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs“ bekannt. Also als eine Impfung, die vorrangig Mäd…
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Fakten
- Die HPV-Impfung ist vor allem als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bekannt.
- Die HPV-Impfung soll vorrangig Mädchen und junge Frauen vor Krebs schützen, aber auch Jungen und junge Männer sind gefährlich.
- Das Krebsrisiko bei Jungen wird häufig unterschätzt.
- Es ist ein Irrglaube, dass eine Infektion mit einigen HPV-Virustypen nur Gebärmutterhalskrebs verursachen kann.
- Christiane Wessel, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, sagt, dass auch andere Krebsarten im Genital- sowie Hals-Nasen-Ohren-Bereich durch HPV ausgelöst werden können.
- Eine Studie mit Daten aus Finnland zeigt, dass eine genderneutrale Impfung für eine breite Herdenimmunität gegen Hochrisikovarianten sorgen kann.
- Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt in Deutschland Mädchen und Jungen ab dem Alter von neun Jahren eine HPV-Impfung.
- Ist die Impfung nicht bis zum Alter von 14 Jahren erfolgt, soll sie bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
- Auch nach dem ersten Sex können und sollten ungeimpfte Mädchen oder Jungen noch gegen HPV geimpft werden.
- Für eine vollständige Impfung braucht es zwei Dosen im Abstand von mindestens fünf Monaten.
- In Deutschland gibt es zwei Totimpfstoffe: Cervarix und Gardasil 9.
- Die Impfquoten in Deutschland sind noch sehr niedrig, insbesondere bei Jungen.
- Das Ziel von Europas Plan gegen Krebs ist eine Impfquote von 90 Prozent bei Mädchen bis 2030.
- Tim Waterboer, Leiter der Abteilung Infektionen und Krebs-Epidemiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, ist skeptisch, dass ein solches Ziel umsetzbar ist.
- Er schätzt, dass eine geschlechterneutrale Impfquote von 70 Prozent für eine Herdenimmunität helfen könnte.
- Um die Impfquoten zu steigern, müsste auch in Schulen geimpft werden.
- In Ländern wie Kanada gibt es öffentlich finanzierte HPV-Impfprogramme für Kinder von der vierten bis zur achten Klasse.
- Die HPV-Varianten können sich gegenseitig verdrängen, was jedoch nicht unbedingt zu einem Anstieg des Krebsrisikos führt.
- Es gibt insgesamt etwa 14 HPV-Hochrisikotypen, aber die Impfung muss auch kostengünstig und gut lagerbar sein.
- Die bisherige HPV-Impfung ist wirksam, aber verdrängt sie nicht alle Virusvarianten.
- Die Daten aus Finnland zeigen, dass sich die HPV-Varianten langfristig durch andere Hochrisikotypen ersetzen können.
- Das Prinzip des Type Replacements ist auch beim Coronavirus aufgetreten.
- Die HPV-Impfung muss nicht nur vor vielen Varianten schützen, sondern auch kostengünstig und gut lagerbar sein.
- Die Studie zeigt, dass die Impfung verdrängt zwar die Virusvarianten, aber andere Varianten ermöglicht es sich in der Bevölkerung zu verbreiten.
- In den Gemeinden, in denen sowohl Jungen als auch Mädchen gegen die HPV-Varianten 16 und 18 geimpft wurden, fanden die Forschenden häufiger die Varianten 52 und 66.
- Fachleute sprechen vom sogenannten Type Replacement – also: Virusvarianten ersetzen Virusvarianten.
- Grundsätzlich ist es so, dass wenn sich evolutionärer Druck auf ein Virus auswirkt, dieses dem Druck ausweicht.
- Evolutionärer Druck entsteht gegen die Virustypen, gegen die geimpft wird – in diesem Fall die zwei Hochrisikotypen 16 und 18.
- Es ist daher plausibel, dass diese Hochrisikotypen langfristig durch andere Hochrisikotypen ersetzt werden könnten.
- Das Prinzip des Type Replacements ist auch beim Coronavirus aufgetreten.
- Die Daten aus Finnland seien da durchaus überraschend, sagte Waterboer.
- Dass bei dem sich langsam verändernden HPV schon nach acht Jahren ein Type Replacement nachweisbar ist, ist eine Neuigkeit, die so nicht unbedingt erwartbar war.
- Es bedeutet noch nicht, dass damit automatisch mehr Krebserkrankungen auftreten werden.
- Erst mal gilt der Trend, dass durch Impfung weniger Krebserkrankungen entstehen.
- Wenn Virusvarianten durch andere ersetzt werden, muss das nicht zu einem Anstieg des Krebsrisikos führen, sondern eher zu einer Abschwächung des Abwärtstrends.
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