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Blaumachern in Nordsachsen: Firmen setzen Detektive auf Mitarbeiter an
Die Späher der Detektei Kurtz sind häufig auch in Nordsachsen im Einsatz. Einer der häufigsten Gründe: Arbeitgeber mutmaßen, dass manche Krankschreib…
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Fakten
- Die Späher der Detektei Kurtz sind häufig auch in Nordsachsen im Einsatz.
- Arbeitgeber mutmaßen, dass manche Krankschreibung nur vorgeschoben ist.
- Patrick Kurtz, der Inhaber der Leipziger Detektei Kurtz, erläutert im Interview, was seine Mitarbeiter in solchen Fällen tun.
- Wie oft werden Sie damit beauftragt, mutmaßliche Blaumacher zu überführen? Das kommt recht häufig vor. Etwa ein bis zweimal im Monat sind wir deshalb auch in Nordsachsen im Einsatz.
- Der Betrug mit Krankschreibungen ist ein wichtiges Standbein unserer Arbeit im Bereich der Wirtschaft, neben Verdacht auf Diebstahl, Unterschlagung oder Abrechnungsbetrug im Betrieb.
- Kann jeder Unternehmer Sie beauftragen, der Misstrauen gegenüber einem bestimmten Mitarbeiter hegt? Nein. Wichtig ist, dass ein berechtigtes Interesse vorliegt.
- Wir hatten einen Fall in einem Bewirtungsunternehmen. Dort war bekannt, dass ein Mitarbeiter nebenbei E-Scooter repariert. Er hatte sogar im Internet eine Seite mit seinen freien Terminen – und das selbst zu einer Zeit, in der er krankschrieben war.
- In einem anderen Fall beobachten wir, dass ein Beschäftigter regelmäßig frühmorgens das Haus verließ, um bei seinem Schwager in einer Werkstatt zu arbeiten.
- Es gibt auch Personen, die abhängig beschäftigt sind, aber sich lieber einer selbständigen Tätigkeit widmen.
- Wie kommt es zu einem konkreten Anfangsverdacht? Erstaunlicherweise kündigen manche Mitarbeiter sogar selbst an, dass sie „krankmachen“ wollen, weil sie sich über dieses oder jenes geärgert haben.
- Die entscheidenden Tipps kommen oft aus der Belegschaft. Wie verläuft so eine Observation? Wir dokumentieren die Tagesaktivitäten der Zielperson, die im Hinblick auf den Verdacht relevant sind.
- Idealerweise können wir mindestens zwei Detektive einsetzen. Das ist wichtig, um zum Beispiel die Abfahrtswege ab dem Wohnhaus observieren zu können.
- Gerade im ländlichen Bereich wäre es zu auffällig, wenn sich eine Person direkt vor dem Haus auf die Lauer legt.
- Wenn wir mehrere Mitarbeiter einsetzen, können wir auch leichter die Positionen wechseln und sind so flexibler.
- Die Gefahr, jemanden aus den Augen zu verlieren, ist dann viel geringer.
- Es gibt Personen, die nicht immer zwei Mitarbeiter einsetzen. Das entscheidet der Auftraggeber, denn das ist natürlich auch eine Kostenfrage.
- In der Regel sind etwa drei Tage mit je 10- bis 15-stündigen Observationen erforderlich.
- Welche Kosten entstehen im Durchschnitt? Für drei Tage etwa 5000 bis 6000 Euro.
- Der Arbeitgeber wird aber versuchen, diese Kosten an den Verursacher weiterzureichen, sofern dieser überführt werden konnte.
- Und wie hoch ist die Erfolgsquote? In etwa 70 Prozent der Fälle bestätigt sich der Anfangsverdacht.
- Manchmal entscheidet sich ein Auftraggeber auch, die Observation abzubrechen, da diese langwieriger ist als gedacht.
- Es ist zum Beispiel nicht verboten, sich bei Krankheit auch mal draußen zu bewegen, einkaufen zu gehen oder Nachbarn zu besuchen. Wer aber joggt oder Holz hackt, ist vermutlich körperlich nicht so beeinträchtigt.
- Wenn also eine Zielperson eher im häuslichen Umfeld verbleibt, ist der Nachweis manchmal schwieriger.
- Sicher müssen Sie und Ihre Mitarbeiter sich im Datenschutz gut auskennen? Nicht nur im Datenschutz, denn rechtliche Kenntnisse sind bei unserer Arbeit elementar.
- Ziel ist es ja, Nachweise zu liefern, die im Zweifelsfall auch vor Gericht verwertbar sind. Zudem müssen sich unsere Beschäftigten in Observationstaktiken gut auskennen.