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Warum die alternde Gesellschaft keine Bedrohung ist – Interview mit Buchautor Andreas Hoffmann

Andreas Hoffmann, Jahrgang 1962, ist diplomierter Volkswirt und hat unter anderem für die „Frankfurter Rundschau“, den „Tagesspiegel“, die „Süddeutsc…

Fakten

  • Andreas Hoffmann ist Jahrgang 1962 und diplomierter Volkswirt.
  • Er hat für die 'Frankfurter Rundschau', den 'Tagesspiegel', die 'Süddeutsche Zeitung' und seit 2008 für das Hauptstadtbüro des 'Stern' geschrieben.
  • Sein Buch über die alternde Gesellschaft trägt den Untertitel: „Wie die alternde Gesellschaft dramatisiert wird und wem das nützt.“
  • Die alternde Gesellschaft ist nicht eine Bedrohung, sondern ein Phänomen, das seit etwa 150 Jahren besteht.
  • Die Geburtenrate sinkt seit 150 Jahren, und das Lebensalter steigt seit 150 Jahren.
  • Der Statistikexperte Friedrich Burgdörfer hat in den 1930er Jahren gesagt, dass Deutschland bis zum Ende des 20. Jahrhunderts auf 47 Millionen Menschen schrumpfen werde.
  • Heute sind wir 84 Millionen Menschen.
  • Seit Burgdörfer wurden ständig neue Katastrophen angekündigt, die aber nie eingetreten sind.
  • Millionen Babyboomer in Rente gehen und das enorme Problem verursacht: auf dem Arbeitsmarkt, bei der Pflege, bei der Rente.
  • Das Statistische Bundesamt spricht davon, dass in den nächsten 15 Jahren 12 Millionen Leute aus dem Arbeitsmarkt in die Rente wechseln werden.
  • Der Saldo entscheidet: Nach verschiedenen Schätzungen gehen dem Arbeitsmarkt netto zwischen 180.000 und 300.000 Menschen jährlich verloren.
  • Die Zahl der Beschäftigten und Beitragszahler, die von etwa 27 Millionen auf 35 Millionen gestiegen ist, muss weiter steigen.
  • Wir haben knapp 2,9 Millionen junge Leute, die keine vernünftige Ausbildung haben und dadurch Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt bekommen.
  • Japan ist die älteste Gesellschaft der Welt, aber sie ist erstaunlich innovativ.
  • Die Japaner probieren allgemein viel aus. Sie benutzen Technik und ihren Gemeinschaftssinn.
  • Es gibt Restaurants, in denen demente Personen bedienen.
  • Die Politik muss aktiv werden und die Dinge nicht dem Selbstlauf überlassen, weil sonst die Populisten gewinnen.
  • Der Staat muss besonders bei der Kranken- und Pflegeversicherung zeigen, dass er da ist und hilft.
  • Es gibt drei Versuche, angefangen bei der Riester-Rente, dann der Rürup-Rente und dem Pflege-Bahr, die alle Flops waren.
  • Die Bundesregierung hat eine Rentenkommission eingesetzt. Es ist von dieser Kommission nichts zu erwarten, außer dass die Experten die gesetzliche Rente nicht weiter kaputtreden – und die Finanzindustrie möglichst wenig verdienen lassen.
  • Es gibt viele ältere Leute, die sich sehr um die Jugend sorgen.
  • Die Welt, die sie den Jungen hinterlassen, ist nicht so schlecht, wie sie oft gemacht wird.