Abo-Fallen, Ratenzahlung, Haustier: So finden Dresdner den Weg aus der Schuldenfalle
Auf diesem Stuhl sitzen oft Dresdner, die sich selbst Vorwürfe machen. „Wie konnte mir das passieren?“, diesen Satz hört Susanne Reinecke oft. Mal vo…
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Fakten
- Die Stadt Dresden finanziert fünf Beratungsstellen von Awo, Caritas oder Striesen-Pentacon, die fünf Gesprächsstunden gratis anbieten.
- Rund 35.000 Erwachsene in Dresden ihre Zahlungsverpflichtungen nicht in absehbarer Zeit begleichen können, wie der jüngste Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zeigt.
- Ein Jahr vorher waren es noch rund 400 weniger.
- Bundesweit verschlechterten sich die Zahlen auch wegen steigender Mieten.
- Beraterinnen wie Susanne Reinecke können die Schulden nicht streichen, aber sie können überschuldeten Dresdnern helfen, ihre finanzielle Existenz zu sichern.
- Susanne Reinecke gibt Tipps, wie Ausgaben verreinert werden lassen können, und in manchen Fällen trägt ihr Einsatz dazu bei, dass Gläubiger ihre Forderungen an Schuldner reduzieren.
- Die meisten Menschen möchten ihre Schulden loswerden, doch es ist ein schambehaftetes Thema.
- Leben an der Pfändungsfreigrenze sei auch eine Option, die Grenze liegt bei 1560 Euro im Monat.
- Sind wenigstens die monatlichen Zahlungen für Miete und Strom abgedeckt? Reicht das Geld für das Nötigste, für Lebensmittel und Hygieneartikel?
- Eine Liste mit Spalten für Einnahmen und Ausgaben hilft bei der Beratung, den ersten Überblick zu bekommen.
- Manche Klienten seien regelrecht kaufsüchtig und hätten Schulden bei Versandhändlern – oft mit vereinbarten Ratenzahlungen.
- Es ist der bessere Weg, das Geld für einen Kauf erst anzusparen, anstatt auf Ratenkäufe zu verzichten.
- Menschen, die ein gutes Einkommen haben, kommen auch zur Schuldnerberatung, doch ohne Rücklagen reicht das nicht für alle Wechselfälle des Lebens.
- Wenn Ausgaben und Einnahmen gleich groß sind, wird es kritisch.
- Freilich fragt die Beraterin auch, ob noch Sachen zu Geld gemacht werden können.
- Die Schuldnerberatung kann helfen, einen schriftlichen Vergleich mit einer Bank zu schließen.
- Ein Besuch bei der Schuldnerberatung lohnt sich schon deshalb, um einen Teil des Geldes auf dem Girokonto vor einer Pfändung zu schützen.
- Die Beratungsstellen geben Bescheinigungen aus, mit denen Banken Pfändungsschutzkonten mit Freibetrag einrichten.
- Vorige Jahr stellten die fünf Dresdner Schuldnerberatungsstellen rund 1200 Bescheinigungen für solche P-Konten aus.
- Susanne Reinecke möchte 'Hilfe zur Selbsthilfe' geben, doch ihre Zeit nicht ausreicht, ehrenamtliche Mitarbeiter für Aufgaben wie Akten sortieren zu finden.