None

Als Spanische Grippe, Cholera und Pest die Oberlausitz heimsuchten

Die Grippe in diesem Winter mit hohen Infektionszahlen und vielen heftigen Verläufen ist hartnäckiger als sonst. Und auch von Corona-Fällen ist immer…

Fakten

  • Die Spanische Grippe, Cholera und Pest heimsuchten die Oberlausitz.
  • Die Grippe in diesem Winter mit hohen Infektionszahlen und vielen heftigen Verläufen ist hartnäckiger als sonst.
  • Corona-Fällen ist immer mal die Rede.
  • Die Corona-Pandemie vor fünf Jahren die Oberlausitz mit überfüllten Kliniken, hohen Sterbezahlen, gravierenden Einschnitten in den Alltag, mit Lockdowns, Maskenpflicht und Impfdebatten herausforderte.
  • Die Region wurde von ähnlichen oder noch schlimmeren Krankheiten heimgesucht.
  • Löbau im Sommer 1919. Max Otto Rudert war ein angesehener Mann in der Stadt.
  • Max Otto Rudert starb am 6. Juni 1919 im Alter von 52 Jahren an den Folgen der Spanischen Grippe.
  • Die Spanische Grippe über Spanien in ganz Europa verbreitete sich von 1918 bis 1920.
  • Der Löbauer Konservenfabrikant Emil Alwin Berndt notierte: „In unserer Stadt tritt die Influenza epidemisch auf.“
  • 60 bis 70 Prozent der Kinder waren erkrankt.
  • Erste Einschränkungen ließen nicht lange auf sich warten.
  • Bald wurden sämtliche Schul- und Lehranstalten geschlossen.
  • Am 24. Oktober 1918 schrieb Berndt: „Die Sterblichkeit ist eine große. Es finden alle Tage Beerdigungen statt.“
  • Vier, fünf, und sechs an einem Tag sind keine Seltenheit.
  • Das Lokalblatt „Sächsischer Postillon“ veröffentlichte eine behördliche Bekanntmachung mit der Empfehlung, große Menschenansammlungen in kleinen Räumen über längere Zeit zu vermeiden.
  • Konzerte, Theater, Vorträge oder sonstige Versammlungen wurden verboten.
  • Der hohe Krankenstand hatte auch Auswirkungen auf Firmen und Unternehmen.
  • Die Pest war erneut in die Oberlausitz eingeschleppt worden – offenbar von Dresden her.
  • Kamenz, Lauban, Löbau, Zittau und Pulsnitz waren als Erste betroffen.
  • Der Bautzener Historiker und Archivar Dr. Erhard Hartstock sichtete unzählige Dokumente, oft handgeschrieben und schwer lesbar, studierte Chroniken und Kirchenbücher.
  • Die Stadt Löbau organisierte eine Hilfsaktion für Kamenz über 1000 Brote und neun Fässer Butter.
  • Das Pestkreuz in Neuschirgiswalde ist jährlich am Ostermontag Ziel einer Prozession.
  • Das Pestkreuz erinnert an die schlimmste Pandemie in der Oberlausitzer Seuchengeschichte.