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China: Betrug mit falschen Patienten in Psychiatrien aufgedeckt

Regelmäßig plagen Korruptionsfälle das chinesische Gesundheitssystem, doch der jüngste Skandal ist an Grausamkeit kaum zu überbieten: Mehrere psychia…

Fakten

  • Der Skandal ist in der zentralen Provinz Hubei aufgedeckt worden.
  • Mehrere psychiatrische Kliniken haben laut Medienrecherchen gezielt Senioren als 'Langzeitpatienten' rekrutiert.
  • Die scheinbar Kranken wie 'Cashcows' wurden wie in den Berichten der chinesischen Presse gemolken.
  • Ein Reporter hatte sich über Monate hinweg als Pflegekraft ausgegeben und seine Gespräche in den Krankenhäusern mit versteckter Kamera gefilmt.
  • Der Enthüllung offenbarte nun einen der größten Fälle von Versicherungsbetrug in der jüngeren Geschichte des Landes.
  • Gezielt haben die Kliniken ihre Opfer in den umliegenden Dörfern geworben – und sich dabei greise Männer und Frauen ausgesucht, die wenig mobil waren.
  • Anschließend haben Ärzte den Scheinpatienten falsche Diagnosen ausgestellt und Behandlungsmethoden empfohlen, auch wenn die zugehörigen Leistungen nie erbracht wurden.
  • Das medizinische Personal wandte den Angaben zufolge teils brutale Foltermethoden an – von Tritten bis hin zu Prügeln mit Wasserrohren.
  • Mindestens eine Person, ein alkoholkranker Mann, soll Suizid begangen haben, nachdem er gegen seine Zwangseinweisung keine Berufung einlegen konnte.
  • Die Zahl psychiatrischer Kliniken in der Region um Xiangyang ist laut lokalen Medien über zehn Mal höher als im Landesdurchschnitt.
  • Überall sind psychiatrische Krankenhäuser wie Pilze aus dem Boden geschossen, ähnlich wie lokale Nudelläden.
  • Besonders ironisch ist, dass die 'Scheinpatienten' Betten belegen und Ressourcen verbrauchen, während Menschen mit tatsächlichen psychischen Störungen, die wirklich Behandlung benötigen, keine Krankenhausplätze finden können.
  • Der Skandal ist auch aus journalistischer Perspektive hochspannend, da er an die goldenen Zeiten des chinesischen Investigativjournalismus während der Nullerjahre erinnert.
  • Seit Präsident Xi Jinping an der Macht ist, hat die staatliche Zensur massiv zugenommen und Heikle Recherchen längst nicht mehr möglich sind.
  • Aufmüpfige Medien riskieren ihre Publikationslizenz und hohe Geldstrafen, einzelne Reporter gar ihre körperliche Freiheit.
  • Die Behörden dulden einen öffentlichen Diskurs zu, wohl auch weil die Partei eine flächendeckende Untersuchung angeordnet hat.
  • Die Causa duldet immer dann positive 'Spin'-Informationen, wenn sie sich mit einem positiven 'Spin' versehen lassen.
  • Die meisten Betrugsfälle erreichen indes selten das Licht der Öffentlichkeit.
  • In den ländlichen Gebieten kommt es oft vor, dass Ärzte auf Schmiergeldzahlungen bestehen, wenn sie Patienten behandeln sollen.
  • Ebenso ist es mancherorts üblich, dass große Krankenhausketten geheime Verträge mit Pharmaunternehmen eingehen – um ihren Patienten gezielt deren Medikamente zu verschreiben, auch wenn alternative Produkte bessere Chancen auf Heilung bieten.
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